KuCoin erneut im Zentrum des Skandals: 9,5 Millionen Dollar gestohlener Krypto-Fonds flossen durch die Börse
Die große Krypto-Börse KuCoin ist in einen neuen Geldwäscheskandal verwickelt. Der Blockchain-Forscher ZachXBT fand heraus, dass über 9,5 Millionen Dollar, die über eine gefälschte Ledger Live-App gestohlen wurden, über ihre Dienste flossen. Für normale Nutzer ist das entscheidend: Wenn selbst bekannte Börsen kriminelle Überweisungen nicht blockieren — oder nicht blockieren wollen — steht die Sicherheit Ihrer Vermögenswerte in Frage.
Wie die Betrüger Millionen stahlen
Alles begann, als Angreifer eine gefälschte Version von Ledger Live erstellten — die offizielle Wallet-App von Ledger. Die App gelangte in den App Store und wirkte so legitim, dass über 50 Nutzer ihre geheimen Seed-Phrasen eingaben. Es ist, als würde man seine Haustürschlüssel einem Fremden übergeben: Sofort danach erlangten Kriminelle vollen Zugriff auf die Konten der Opfer.
Zu den gestohlenen Vermögenswerten gehörten Bitcoin, Ethereum, die Stablecoins USDT und USDC sowie Solana- und Ripple-Tokens. Ein Opfer verlor bei einem einzigen Angriff fast 2 Millionen Dollar. Apple entfernte die gefälschte App erst einige Tage später — nachdem der Schaden bereits angerichtet war.
Warum KuCoin rote Flaggen wirft
ZachXBT entdeckte, dass die gestohlenen Gelder schnell auf KuCoin landeten. Die Täter nutzten über 150 Einzahlungsadressen auf der Börse, um ihre Spuren zu verwischen. Die Gelder durchliefen dann den zentralisierten Mixer AudiA6 — einen Dienst, der Kryptowährungen mehrerer Nutzer mischt und Transaktionen nahezu untracebar macht.
Der Forscher hob drei beunruhigende Probleme hervor:
- Sofortige Tauschvorgänge: KuCoin erlaubt sofortige Token-Tauschvorgänge ohne Verzögerungen.
- Schwache KYC-Verfahren: Die Kundenkenntnis-Prüfungen (Know Your Customer) lassen sich leicht umgehen.
- Mixer-Funktionen: Die Plattform bietet selbst Werkzeuge, die fast wie Geldwäschedienste funktionieren.
Das schafft eine "Schnellspur" für Kriminelle: stehlen → überweisen nach KuCoin → tauschen → abheben. Alles in Minuten.
Geschichte wiederholt sich
Dies ist nicht das erste Mal, dass KuCoin regulatorische Aufmerksamkeit erhält. Letztes Jahr gab die Börse zu, in den USA ohne Lizenz zu operieren, und zahlte fast 300 Millionen Dollar an Geldstrafen. Ihre Gründer traten zurück, und das Unternehmen versprach, den amerikanischen Markt zu verlassen. Doch im März 2026 verhängte ein Gericht in New York eine zusätzliche Geldstrafe von 500.000 Dollar wegen Nichtregistrierung bei der CFTC (Commodity Futures Trading Commission).
Trotzdem operiert KuCoin weiterhin global und bleibt eine der beliebtesten Börsen in Asien und Lateinamerika. Doch nun stellt sich die Frage: Wurde genug getan, um zukünftige Geldwäsche-Vorfälle zu verhindern?
Was zählt
- 9,5 Millionen Dollar, die über die gefälschte Ledger Live-App gestohlen wurden, flossen durch KuCoin.
- Die Börse ermöglicht schnelle Tausch- und Abhebevorgänge und erleichtert so Geldwäsche.
- ZachXBT verknüpfte KuCoin mit dem zentralisierten Mixer AudiA6.
- Dies ist der zweite Fall innerhalb einer Woche: Zuvor wurden 50 BTC, die von Bitcoin Depot gestohlen wurden, über dieselben Adressen abgehoben.
- KuCoin wurde bereits von US-Behörden wegen Verstößen gegen Regulierungen bestraft.
Was das für normale Nutzer bedeutet
Wenn Sie Krypto-Börsen nutzen — besonders solche, die in Ihrem Land nicht reguliert sind — sind Ihre Risiken höher. Selbst "große" Plattformen können verdächtige Transaktionen nicht blockieren. Prüfen Sie immer, wo Sie Wallets herunterladen — nur von offiziellen Websites. Und denken Sie daran: Wenn ein Dienst sofortige Tauschvorgänge ohne strenge Prüfung anbietet, ist das nicht nur für Sie bequem, sondern auch für Kriminelle.
— Editorial Team