Kleiner Mining-Pool schürft einen Bitcoin-Block: Wie das Spiel für normale Miner verändert wurde
Ein kleiner Mining-Pool namens Parasite hat erneut einen Bitcoin-Block geschürft — erst den zweiten seit Beginn seines Betriebs Anfang dieses Jahres. Was wie eine technische Randnotiz erscheinen mag, gibt jedoch Tausenden von kleinen Minern weltweit Hoffnung: Selbst mit einem winzigen Anteil an der Hashrate kann man noch echte Belohnungen einfahren.
Wie funktioniert der ungewöhnliche Parasite-Pool?
Die meisten Mining-Pools verteilen die Belohnungen proportional zur jeweiligen Leistung ihrer Teilnehmer. Parasite hingegen nutzt ein hybrides Modell, das ein Lotteriesystem mit einer fairen Verteilung kombiniert:
- Der Miner, der den Block tatsächlich findet, erhält sofort 1 BTC.
- Die restlichen 2,125 BTC (plus Transaktionsgebühren) werden unter allen Pool-Mitgliedern im Verhältnis zu ihrer Hashrate seit dem letzten gefundenen Block aufgeteilt.
- Die Teilnahme ist kostenlos — es fallen keine Gebühren an.
- Auszahlungen erfolgen über das Lightning-Netzwerk, was sie nahezu augenblicklich und äußerst kostengünstig macht.
Es ähnelt einer Lotterie, bei der zwar nur eine Person den Hauptpreis gewinnt, aber alle anderen trotzdem einen Anteil am Erlös aus den verkauften Losen erhalten — je mehr Lose man gekauft hat, desto größer fällt der eigene Anteil aus.
Warum ist das für kleine Miner wichtig?
Große Mining-Pools dominieren das Bitcoin-Netzwerk und verfügen zusammen über Rechenleistungen im Exahash-Bereich. Parasite hingegen arbeitet derzeit mit rund 52 Petahashes pro Sekunde, was lediglich 0,005 % der gesamten Netzwerk-Hashrate entspricht. Auf den ersten Blick scheinen die Chancen aussichtslos.
Doch gerade Pools wie Parasite ermöglichen es normalen Menschen — Besitzern eines oder weniger ASIC-Geräte —, sich wieder als Teil des Ökosystems zu fühlen. In herkömmlichen Pools sind ihre Beiträge so gering, dass die Auszahlungen oft nur Centbeträge betragen. Hier besteht dagegen die Chance, entweder selbst groß zu gewinnen oder regelmäßig einen festen Anteil an der Gesamtbelohnung zu erhalten.
Bereits zuvor gelang es sogar einem einzelnen Miner mit nur 70 Terahashes pro Sekunde (weniger als viele Heimanlagen), einen kompletten Block zu schürfen und damit umgerechnet 222.000 US-Dollar zu verdienen. Solche Geschichten werden dank dezentraler Initiativen wie Parasite nun möglich.
Was steckt hinter diesem Projekt?
Parasite wurde im Frühjahr 2025 ins Leben gerufen. Sein Schöpfer ist ein Entwickler, bekannt unter dem Pseudonym ZK Shark, der auch für die NFT-Sammlung Ordinal Maxi Biz verantwortlich zeichnet. Das Projekt entstand ursprünglich als Alternative zu zentralisierten Mining-Riesen.
Der Pool sammelt keine persönlichen Daten, verlangt kein KYC und arbeitet vollständig nach Prinzipien der Transparenz. Dies entspricht dem ursprünglichen Geist von Bitcoin, in dem jeder ohne Zwischenhändler am Netzwerk mitwirken kann.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Parasite ist ein hybrider Mining-Pool, der eine Art Lotterie mit einer proportionalen Belohnungsverteilung kombiniert.
- Die Teilnahme ist kostenlos, und Auszahlungen laufen über das Lightning-Netzwerk.
- Der Pool richtet sich an Einzelminer mit bescheidenem Rechenaufkommen.
- Kürzlich schürfte er seinen zweiten Block überhaupt, obwohl seine durchschnittliche Hashrate lediglich 0,005 % des gesamten Netzwerks beträgt.
- Solche Initiativen fördern die Dezentralisierung von Bitcoin und geben auch kleineren Akteuren eine echte Chance.
Was bedeutet das für jeden von uns?
Auch wenn Sie kein Miner sind, hat das alles Bedeutung. Je vielfältiger die Teilnehmer im Bitcoin-Netzwerk sind, desto widerstandsfähiger wird es gegen Zensur und Angriffe. Wird das Mining hingegen in den Händen von nur drei oder vier großen Unternehmen konzentriert, wird das System anfällig. Initiativen wie Parasite helfen dabei, diese Balance zu wahren.
Und falls Sie schon einmal darüber nachgedacht haben, eine eigene ASIC-Anlage aufzubauen, bietet sich jetzt eine echte Chance — nicht nur, um die Stromkosten zu decken, sondern um mit einer kleinen Setup auch wirklich etwas zu verdienen.
— Editorial Team