Südkorea führt System zur Verfolgung von Krypto-Wallets ein: Was sich ändern wird
Die südkoreanischen Steuerbehörden haben beschlossen, Kryptowährungen ernst zu nehmen. Der National Tax Service (NTS) hat eine Ausschreibung für die Entwicklung einer Software angekündigt, die Transaktionen in Echtzeit verfolgen kann – auch solche, die über nicht-verwahrende Wallets (d. h. Wallets, bei denen der Nutzer die Schlüssel hält, nicht die Börse) laufen. Das System soll bereits im Sommer 2026 in Betrieb genommen werden.
Warum das wichtig ist
Bislang waren nicht-verwahrende Wallets für Regulierungsbehörden eine „Grauzone“. Im Gegensatz zu Börsenkonten, bei denen die Börse ihren Kunden kennt, sind solche Wallets nicht an eine Person gebunden – der Eigentümer ist allein für seine Schlüssel verantwortlich. Das macht sie zu einem beliebten Instrument für Steuerhinterziehung und Kapitalabzug.
Das neue NTS-System soll diese Gesetzeslücke schließen. Hier ist, was es können wird:
- Analyse von Transaktionsketten über verschiedene Blockchains hinweg.
- Abgleich von Überweisungen mit der Steuerzahlerdatenbank.
- Identifizierung nicht deklarierter Vermögenswerte und versteckter Einkünfte.
- Verfolgung von Geldbewegungen zwischen Cold Wallets (Offline-Speicher) und regulierten Börsen.
Ausmaß des Problems
Nach Angaben der Financial Services Commission (FSC) flossen allein in der zweiten Jahreshälfte 2025 90 Billionen Won – etwa 60 Milliarden US-Dollar – von südkoreanischen Börsen zu ausländischen Plattformen und privaten Wallets. Ein erheblicher Teil dieser Gelder wurde wahrscheinlich nicht deklariert.
Was das für normale Menschen bedeutet
Für gewissenhafte Steuerzahler ist das System ein Schritt in Richtung Fairness: Steuerhinterziehung wird schwieriger. Aber für diejenigen, die Kryptowährungen anonym nutzen, ändern sich die Spielregeln. Südkorea verschärft die Kontrolle konsequent: Zuvor wurde die obligatorische KYC (Identitätsüberprüfung) an Börsen eingeführt, und jetzt sind nicht-verwahrende Wallets im Visier.
Wichtige Punkte
- Der NTS entwickelt eine Software zur Überwachung aller Krypto-Transaktionen, einschließlich nicht-verwahrender Wallets.
- Das System wird Überweisungsketten analysieren und mit Steuerzahlern abgleichen.
- In sechs Monaten wurden 60 Milliarden US-Dollar an Krypto aus dem Land verschoben – ein potenzielles Ziel für Prüfungen.
- Der Start ist für Sommer 2026 geplant.
- Südkorea ist einer der größten Krypto-Märkte, daher beeinflussen seine Maßnahmen globale Regulierungstrends.
— Editorial Team