Zentralbank Russlands enthüllt Plan zur Legalisierung des Kryptomarkts – Was sich für Exchange-Betreiber und Nutzer ändert
Russische Kryptobörsen werden bald offiziell tätig sein können – die Bank von Russland bereitet klare Regeln vor, die den europäischen ähneln. Das bedeutet nicht, dass jeder frei Bitcoin kaufen kann: Der Aufsichtsbehörde geht es darum, den Zugang durch durchschnittliche Bürger einzuschränken und gleichzeitig legalen Status für professionelle Marktteilnehmer zu gewähren.
Wie die Legalisierung funktionieren wird
Beim Blockchain Forum 2026 erklärte BoR-Vertreter Mikhail Ionțev, dass der neue Gesetzentwurf „in Richtung des MiCAR-Ansatzes“ tendiere – also das regulatorische Framework der Europäischen Union. Dabei werden die Rollen klar getrennt: Wer Kryptowährungen verwahren darf (digitale Depotbank) und wer sie handeln darf (Kryptobörse). Es ist wie eine Aufteilung in eine Gruppe von Banken, die nur Geld aufbewahren, und eine andere, die nur Überweisungen abwickeln.
Um legal tätig zu sein, müssen Börsen warten, bis das Gesetz in Kraft tritt, und die Anforderungen der BoR erfüllen. Die Aufsichtsbehörde selbst erhält „größere Flexibilität“, um untergeordnete Vorschriften zu erlassen – das heißt, sie kann Regeln nach Verabschiedung des Hauptgesetzes verfeinern.
Ein interessantes Detail: Während derselben Panel-Diskussion hoben von Hunderten Anwesenden nur zwei die Hand, als gefragt wurde, ob sie wissen, wie sie ihre Kryptotätigkeit derzeit legalisieren können. Das zeigt, wie unklar die Lage selbst für Profis bleibt.
Was für gewöhnliche Nutzer verboten wird
Die BoR ist klar: Sie möchte nicht, dass Russen massenhaft Kryptowährungen nutzen. Der erste stellvertretende Gouverneur Vladimir Chistukhin schlug eine jährliche Obergrenze von 300.000 Rubel pro Vermittler für nicht qualifizierte Anleger vor. Es ist, als würde man Ihnen erlauben, nur einen festgelegten monatlichen Betrag für ausländische Online-Dienste auszugeben – egal wie viel Geld Sie haben, Sie dürfen diese Grenze nicht überschreiten.
Dieser Ansatz soll Menschen vor Verlusten schützen, aber in der Praxis könnte er sie dazu treiben, graue oder schwarze Märkte zu nutzen – besonders, wenn legale Dienstleistungen zu teuer oder langsam werden.
Noch ungeklärte Fragen
Anwälte haben bereits Lücken im Gesetzentwurf aufgezeigt. Zum Beispiel wird USDT – der beliebteste Stablecoin (eine digitale Währung, die an den US-Dollar gekoppelt ist) – kaum erwähnt. Ohne Klarheit über seinen rechtlichen Status können Unternehmen ihn nicht legal für internationale Zahlungen nutzen.
Wie Andrei Tugarin von GMT Legal sagte: „Zahlungen für ausländische Waren und Dienstleistungen mit Kryptowährungen werden weiterhin stattfinden, aber niemand wird die Mechanismen laut ansprechen.“ Mit anderen Worten: Unternehmen werden still operieren – um regulatorische Aufmerksamkeit zu vermeiden.
Darüber hinaus hat die Regierung kürzlich strafrechtliche Haftung für den illegalen Umlauf digitaler Währungen genehmigt. Das schafft ein Risiko für alle, die versuchen, die neuen Regeln zu umgehen.
Was zählt
- Russische Kryptobörsen erhalten die Chance, sich gemäß dem MiCAR-Modell (EU) zu legalisieren.
- Gewöhnliche Nutzer werden strengen Grenzen unterliegen – bis zu 300.000 Rubel pro Jahr.
- USDT und andere Stablecoins haben derzeit keinen klaren rechtlichen Status.
- Die Verletzung der neuen Regeln kann strafrechtliche Konsequenzen haben.
- Die BoR setzt auf die Regulierung von Profis, nicht auf das Verbot des gesamten Marktes.
Was das für gewöhnliche Nutzer bedeutet
Wenn Sie gelegentlich Kryptowährungen kaufen, werden Sie bald strenge Transaktionsgrenzen erleben. Aber legale Dienstleistungen werden zuverlässiger – und das Risiko, Geld durch Betrug zu verlieren, sinkt. Falls Sie Kryptowährungen jedoch nutzen, um für ausländische Dienstleistungen (wie Abonnements oder Freelancing) zu bezahlen, bereiten Sie sich darauf vor, Umgehungswege zu finden – bis das Gesetz den Status von Stablecoins klärt.
— Editorial Team