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Mangan aus der okkupierten Ukraine: Wie sich dies auf die Preise auswirkt

Ein russisches Unternehmen begann mit der Erschließung des Manganvorkommens bei Welyka Tokatschka im besetzten Teil der Oblast Saporischschja. Der Artikel erläutert, wie die Förderung des strategischen Metalls unter Konfliktbedingungen die globalen Stahlpreise und die täglichen Ausgaben der Verbraucher beeinflusst.

Ihre Waschmaschine und der Krieg: Wie Mangan Sie mit der Ukraine verbindet
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Wie die russische Manganförderung auf dem besetzten Ukraine Ihre Preise im Supermarkt beeinflussen wird

In der von Russland besetzten Region Saporischschja wurde mit der Förderung einer der größten Manganlagerstätten der Welt begonnen. Das ist nicht nur für die kriegsführenden Seiten relevant – Mangan macht Stahl widerstandsfähiger, und Stahl ist überall im Einsatz: von Ihrem Kochgeschirr bis zu Brücken. Sollten die Lieferketten unterbrochen werden, könnten sogar Lebensmittelpreise in den Supermärkten steigen.

Mangan: Der stille Held Ihres Alltags

Stellen Sie sich Stahl als Pizzateig vor und Mangan als Salz. Ohne Salz bleibt der Teig flach und reißt leicht, mit ihm wird er elastisch und stabil. Genau so wirkt Mangan (ein chemisches Element, das dem Stahl zugesetzt wird): Es macht das Metall biege- und korrosionsbeständiger. Ohne diesen Zusatz gäbe es weder zuverlässige Autos, stabile Brücken noch funktionierende Waschmaschinen. Dieses Metall fungiert wie ein unsichtbarer Klebstoff für fast alles, was uns umgibt.

Das russische Unternehmen „Real Engineering Invest“ erhielt im Februar 2026 die Förderlizenz und führt bereits geologische Erkundungsarbeiten auf der Lagerstätte Weliko-Tokmak durch. 25 % des Unternehmens gehören einer Struktur des staatlichen Konzerns „Rostech“, der eng mit der Rüstungsindustrie verknüpft ist. Die Art und Weise, wie die Lizenz vergeben wurde, wirft Fragen auf, da die Ukraine ihre natürlichen Ressourcen nie an Russland abgetreten hat. Unter Besatzungsbedingungen werden solche formalen Rechtsgrundlagen jedoch oft ignoriert.

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Zahlen, die den Markt auf den Kopf stellen werden

Die Reserven der Lagerstätte Weliko-Tokmak werden auf 1,7 Milliarden Tonnen Mangan geschätzt. Zum Vergleich:

  • Das entspricht dem 13-Fachen der größten russischen Lagerstätte (Usinsk in der Oblast Kemerowo)
  • Übertrifft die Vorräte der Poroschinske-Lagerstätte in der Region Krasnojarsk um das 58-Fache
  • Zählt weltweit zu den Top-5-Vorkommen nach Volumen

Derzeit fördert Russland Mangan nur an einem Ort – in Baschkirien – und deckt über 90 % seines Bedarfs durch Importe. Die Hauptlieferanten sind Gabun, Südafrika und Australien. Die neue Lagerstätte könnte Russland in diesem strategischen Metall autark machen. Allerdings mit einer Einschränkung: Die Förderung findet auf einem Gebiet statt, das von der internationalen Gemeinschaft völkerrechtlich als ukrainisch anerkannt wird.

Warum die ganze Welt betroffen ist

Der globale Manganmarkt funktioniert ähnlich wie ein weltweites Wasserversorgungsnetz. Beginnt eine große Station, Wasser aus einer neuen Quelle zu pumpen, ändert sich der Druck im gesamten System. Mit Zugang zu diesen gewaltigen Reserven könnte Russland:

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  • Die Manganpreise durch erhöhtes Angebot drücken
  • Das Monopol traditioneller Exporteure brechen
  • Durch Sanktionsrisiken einen für westliche Konzerne „toxischen“ Rohstoff schaffen

Bereits jetzt hat Ägypten die Annahme russischen Getreides aus besetzten Gebieten verweigert. Eine ähnliche Entwicklung könnte beim Mangan eintreten: Westliche Stahlhersteller könnten den politisch belasteten Rohstoff meiden, um keine Sanktionen zu riskieren. Daraus würden zwei parallele Märkte entstehen – ein legaler und ein besatzungswirtschaftlicher – mit jeweils eigenen Preisen und Risiken.

Was bedeutet das für den Durchschnittsbürger?

Sollte Russland die Förderung legalisieren, sinken die Manganpreise, was wiederum die Stahlerzeugnisse verbilligt. Spüren würden Sie das an günstigeren Preisen für Automobile, Renovierungsarbeiten oder sogar Konservendosen. Falls Sanktionen die Lieferungen jedoch blockieren, würde ein Engpass die Kosten um zehn bis fünfzehn Prozent in die Höhe treiben. Vor allem eines bleibt festzuhalten: Der Kampf um Ressourcen zeigt, dass Kriege nie wirklich lokal bleiben. Sie beeinflussen direkt, wie viel Sie täglich für Grundnahrungsmittel und Alltagsprodukte bezahlen müssen.

Wichtige Fakten

  • Mangan ist für 90 % der weltweiten Stahlproduktion unverzichtbar – ohne ihn bröckelt die Infrastruktur
  • Die Förderung unter Besatzungsbedingungen stellt die Welt vor eine ethische Entscheidung: Günstigen, aber politisch belasteten Stahl kaufen oder nicht
  • Russland könnte zum Marktführer aufsteigen, vorausgesetzt, es überwindet die Sanktionshürden
  • Supermarktpreise hängen maßgeblich von der Stabilität dieser „unsichtbaren“ Rohstofflieferungen ab
  • Internationale Konzerne suchen bereits nach alternativen Bezugsquellen, um unabhängig von Konfliktregionen zu sein

— Editorial Team

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