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Moscow Exchange eröffnete 0,3% höher bei Öl auf 112 $

Die Hauptsitzung an der Moscow Exchange begann am 29. April 2026 mit einem Anstieg der Moscow Exchange- und RTS-Indizes um 0,3%. Das Wachstum wurde durch Brent-Preise angetrieben, die aufgrund einer Pattsituation in den Iran-Verhandlungen auf 112 $ stiegen, aber ein hartes Signal der Zentralbank zum Leitzins von 14,5% und Gewinnmitnahmen bei Ölaktien begrenzten das Aufwärtspotenzial.

Russischer Markt wächst unsicher: Öl bei 112 $ stützt Kurse nicht
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Hauptsitzung der Moskauer Börse eröffnet mit Indizes um 0,3% im Plus

Die MOEX- und RTS-Indizes legten zu Handelsbeginn zu, unterstützt durch steigende Ölpreise und gemischte Signale von den globalen Märkten. Die US-Börsen zeigten am Vortag eine negative Tendenz, während in Asien überwiegend Wachstum zu verzeichnen war.


Einleitung

Der Morgen des 29. April 2026 begann für den russischen Aktienmarkt mit verhaltenem Optimismus. Die Haupthandelsession an der Moskauer Börse eröffnete mit Gewinnen bei den Schlüsselindikatoren: Der MOEX-Index (IMOEX2) stieg um 0,3% auf 2.704,56 Punkte, und der RTS-Index (RTSI) kletterte auf 1.140,64 Punkte, ebenfalls plus 0,3%. Dieser positive Start erfolgte vor dem Hintergrund gemischter Signale von den globalen Märkten und, was wichtig ist, vor dem Hintergrund einer anhaltenden Rallye der Ölpreise, die durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten angetrieben wird.

Der moderate Anstieg des russischen Marktes erscheint als korrektiver Versuch einer Erholung nach der vorherigen schwachen Sitzung. Gleichzeitig bleiben die Anleger vorsichtig und beobachten zwei Schlüsselfaktoren genau: die Entwicklungen um die Straße von Hormus und die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank, die die letzte unter der Führung von Jerome Powell sein wird. Unter diesen Bedingungen zeigt sich der russische Markt widerstandsfähig, gestützt durch teure Rohstoffe und inländische Unternehmensgeschichten.

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Ereignisdetails und Zeitablauf

In den ersten Handelsminuten, um 10:01 Uhr Moskauer Zeit, zeigten beide Indizes einen deutlichen Anstieg. Der MOEX-Index lag bei 2.704,56 Punkten, plus 0,3%. Der auf Dollar lautende RTS-Index stieg ebenfalls um 0,3% auf 1.140,64 Punkte. Bis 10:15 Uhr verlangsamte sich jedoch das Wachstumstempo: Der MOEX-Index korrigierte auf 2.698,24 Punkte (+0,06%) und der RTS auf 1.137,97 Punkte.

Zu den Spitzenreitern in den ersten Minuten gehörten:

  • Aktien der Moscow Credit Bank (MKB) — plus 2,5%
  • PhosAgro — gewann 1%
  • HeadHunter Group — stieg um 0,9%
  • Inter RAO, Aeroflot, VTB und Sistema — Wachstum zwischen 0,7 und 0,8%
  • Novatek und Yandex — legten um 0,6% zu
  • Gazprom, NLMK und Sberbank — zeigten ein Plus von etwa 0,5%

Gleichzeitig gerieten einige Wertpapiere unter Verkaufsdruck: Rusal-Aktien fielen um 1%, Tatneft um 0,8%, Rosneft um 0,4%.

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Der wichtigste externe Unterstützungsfaktor blieb die Lage am Ölmarkt. Um 10:01 Uhr Moskauer Zeit erreichten die Brent-Futures für Juni 112,25 Dollar pro Barrel (+0,9%), und die WTI-Futures für Juni wurden bei 100,56 Dollar pro Barrel (+0,6%) gehandelt. Die Ölpreise stiegen weiter, nachdem sie am Vortag bereits deutlich zugelegt hatten: Am Dienstag stieg Brent um 2,8%, WTI um 3,7%. Der Preis für russisches Urals lag am Morgen des 29. April bei rund 107,40 Dollar pro Barrel, plus 0,21%.

Auswirkungen und Bedeutung (für die Welt / Branche / Gesellschaft)

Für die globale Wirtschaft und Finanzen: Die Situation am russischen Markt ist Teil des globalen Puzzles, bei dem der Haupttreiber der Volatilität der Nahe Osten bleibt. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran über die Straße von Hormus sind in einer Sackgasse — die zweite Konsultationsrunde zwischen Teheran und Washington ist gescheitert. US-Präsident Donald Trump weigerte sich, eine amerikanische Delegation zu den Verhandlungen nach Islamabad zu entsenden. Der Iran machte jedoch einen neuen Vorschlag: die Straße öffnen und den Konflikt beenden im Austausch für eine Verschiebung der Atomgespräche. Das Weiße Haus erhielt diesen Vorschlag, aber seine Bereitschaft, ihn zu prüfen, bleibt unklar. Solange die Unsicherheit anhält, wird Öl mit einer hohen geopolitischen Prämie gehandelt, was die Öl- und Gassektoren der Exportländer, einschließlich Russland, stützt.

Für die russische Wirtschaft und Finanzbranche: Der Anstieg der Indizes bei teurem Öl ist ein klassisches Szenario für den russischen Markt. Die heutige Dynamik hat jedoch wichtige Nuancen. Der auf Dollar lautende RTS-Index steigt gleichzeitig mit dem auf Rubel lautenden MOEX-Index, was auf eine echte Nachfrage nach russischen Vermögenswerten hindeutet, nicht nur auf eine Währungsaufwertung. Gleichzeitig lag der offizielle Dollar-Wechselkurs, der von der Zentralbank der Russischen Föderation am 29. April festgelegt wurde, bei 74,6947 Rubel, ein Minus von 11,34 Kopeken; der Euro-Kurs fiel auf 87,5928 Rubel (-28,98 Kopeken). Der erstarkende Rubel begrenzt das Wachstum des RTS-Index in Rubel-Rechnung, stoppt es aber nicht.

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Ein wichtiger inländischer Faktor bleibt die Geldpolitik. Am 24. April senkte die Bank von Russland erwartungsgemäß den Leitzins um 50 Basispunkte auf 14,5%. Die Entscheidung entsprach dem Analystenkonsens, aber das Signal der Regulierungsbehörde fiel härter aus als vom Markt erwartet. Die Zentralbank hielt an ihrer Inflationsprognose für das Jahresende von 4,5–5,5% fest und erhöhte ihre Schätzung des durchschnittlichen Leitzinses für 2026 auf 14,0–14,5%. Dies bedeutet, dass Anleger nicht mit einer schnellen Lockerung der Politik rechnen sollten — der Zinssatz wird bis zum Jahresende zweistellig bleiben.

Für die Gesellschaft: Für russische Bürger mit Ersparnissen in Aktien, Anleihen oder über Pensionsfonds sendet die Situation gemischte Signale. Einerseits unterstützt teures Öl die Haushaltseinnahmen und die Wechselkursstabilität. Andererseits belastet der hohe Leitzins weiterhin die Kreditvergabe und die Wirtschaftstätigkeit. Analysten der Sovcombank stellen fest, dass die wirtschaftliche Lage im ersten Quartal deutlich schlechter ist als die Prognose der Zentralbank und die Risiken einer „Überkühlung“ der Wirtschaft zunehmen. Dies bedeutet, dass das derzeitige Börsenwachstum möglicherweise nicht mit einer Verbesserung der fundamentalen Kennzahlen der Unternehmen zusammenhängt, sondern lediglich die Rohstoffmarktbedingungen und Währungseffekte widerspiegelt.

Reaktion der Hauptakteure

Analysten und Prognostiker: Wladimir Tschernow, Analyst bei Freedom Finance Global, erwartet eine tägliche Spanne des MOEX-Index von 2.685–2.735 Punkten. Seiner Einschätzung nach könnten teures Öl und Unternehmensberichte den Markt stützen, aber die Vorsicht vor den Ergebnissen großer Emittenten und die Schwäche in bestimmten Sektoren begrenzen das Wachstumspotenzial. Die Prognose für Urals-Öl für den Tag liegt bei 106–109 Dollar pro Barrel, für den Dollar-Wechselkurs bei 74,7–75,8 Rubel.

Michail Wassiljew, Chefanalyst bei Sovcombank, merkte in seinem Kommentar zur Zinsentscheidung der Zentralbank an, dass die Bank von Russland ein weiches Signal hinsichtlich der Möglichkeit weiterer Zinssenkungen bei den bevorstehenden Sitzungen beibehalten habe. Er sagt die nächste Zinssenkung um 50 Basispunkte (auf 14%) für die Sitzung am 19. Juni voraus und erwartet bis Jahresende einen Zinssatz von 12,5%.

Institutionelle Anleger und Händler: In den ersten Handelsminuten war eine selektive Nachfrage zu beobachten — das Wachstum konzentrierte sich auf bestimmte Aktien und nicht auf eine breite Basis. Besonders starke Dynamik zeigten die Aktien der MKB (+2,5%), was mit Unternehmensnachrichten oder Erwartungen von Dividendenzahlungen zusammenhängen könnte. Auch PhosAgro und HeadHunter wurden zu Favoriten — diese Unternehmen gelten unter den aktuellen Bedingungen als qualitativ hochwertige „Dividendengeschichten“.

Bemerkenswert ist, dass die Aktien der Ölgesellschaften eine zurückhaltende Reaktion auf die steigenden Ölpreise zeigten: Lukoil legte nur um etwa 0,3% zu, Rosneft fiel sogar um 0,4%. Dies könnte darauf hindeuten, dass die hohe geopolitische Prämie bei den Ölpreisen bereits vollständig eingepreist ist und die Händler Gewinne im Ölsektor mitnehmen und in andere Geschichten umschichten.

Externe Märkte: Am Montag, dem 27. April, zeigten die US-Indizes eine gemischte Dynamik — der Dow Jones fiel um 0,13%, während der S&P 500 (+0,12%) und der Nasdaq (+0,2%) erneut Rekordhöhen erreichten. Am Dienstag korrigierte der US-Markt jedoch nach unten: Der S&P 500 verlor 0,51%, der Nasdaq 1,11%, aus Angst, dass die Investitionsausgaben für KI-Infrastruktur die Erwartungen nicht erfüllen könnten.

Die asiatischen Märkte zeigten dagegen überwiegend Wachstum und verliehen den russischen Anlegern Optimismus. Diese Divergenz in der Dynamik zwischen den Regionen deutet auf das Fehlen eines einheitlichen Trends und eine zunehmende Fragmentierung des globalen Kapitals hin.

Prognose und Schlussfolgerungen

Der kurzfristige Ausblick für den russischen Aktienmarkt bleibt moderat positiv, jedoch mit einem hohen Maß an Unsicherheit. Analysten von Freedom Finance Global erwarten, dass sich der MOEX-Index in einer Spanne von 2.685–2.735 Punkten bewegt. Der Schlüsselfaktor, der die Dynamik in den kommenden Tagen bestimmen wird, ist der Ausgang der Fed-Sitzung am 29. April. Sollte die Regulierungsbehörde ein „taubenhaftes“ Signal geben, würde dies die globale Risikobereitschaft stützen und eine neue Kaufwelle auslösen. Bleibt die Rhetorik hingegen falkenhaft, ist mit einer Korrektur zu rechnen.

Der wichtigste Treiber bleibt der Ölpreis. Solange die Gefahr von Lieferunterbrechungen aus dem Persischen Golf besteht, wird Öl über 100 Dollar pro Barrel bleiben, wahrscheinlich über 110 Dollar. Dies schafft ein günstiges Umfeld für den russischen Markt, aber Händler sollten bedenken: Geopolitische Risiken wirken in beide Richtungen. Jedes positive Signal zur Konfliktlösung wird zu einem starken Rückgang der Ölpreise führen und eine Marktkorrektur auslösen.

Im Inland werden die Anleger die Quartalsberichte großer Unternehmen verfolgen, die in diesen Tagen veröffentlicht werden. „Die Berichtssaison wird dem Markt neue Benchmarks liefern“, so die Analysten. Besonders wichtig werden die Kommentare des Managements zur Dividendenpolitik in einem Umfeld hoher Leitzinsen sein.

Fazit: Der morgendliche Anstieg des russischen Marktes am 29. April spiegelt ein starkes Rohstoffumfeld und einen Korrekturversuch nach der vorherigen Schwäche wider. Die Dynamik bleibt jedoch fragil: Die Anleger kombinieren Optimismus hinsichtlich teuren Öls mit Vorsicht angesichts externer Risiken (Fed-Entscheidung, Lage im Nahen Osten) und inländischer Beschränkungen (strenge Geldpolitik der Zentralbank). Unter diesen Bedingungen ist das wahrscheinlichste Szenario eine Seitwärtsbewegung in der Spanne von 2.685–2.735 Punkten für den MOEX-Index, mit periodischen Volatilitätsausschlägen bei wichtigen Nachrichten. Für langfristige Anleger sehen die aktuellen Niveaus neutral aus — weder überkauft noch eindeutig unterbewertet, abgesehen von der Rohstoffkomponente.

— Editorial Team

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