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PFAS in Trockenshampoo: 47% Anstieg in 6 Monaten | UNC-Studie

Eine Studie der University of North Carolina (UNC) aus dem Jahr 2026 zeigte, dass die tägliche Anwendung von Aerosol-Trockenshampoos die PFAS-Blutwerte in 6 Monaten um 47% erhöht. Die Kopfhaut hat eine hohe Durchlässigkeit, und PFAS haben eine Halbwertszeit von bis zu 9 Jahren. Der Artikel analysiert versteckte Risiken, regulatorische Perspektiven, kommerzielle Auswirkungen für Marken und beschreibt sichere Alternativen.

PFAS in Trockenshampoo: Schockierende UNC-Daten — +47% in sechs Monaten
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Neue UNC-Studie: Tägliches Trockenshampoo erhöht PFAS-Werte im Blut innerhalb von 6 Monaten um 47 %

Toxikologen empfehlen die Umstellung auf stärkebasierte Pulver ohne perfluorierte Chemikalien – die Marke Acure hat bereits eine 'Zero PFAS'-Linie angekündigt.


Chemischer Pfad auf dem Haar: Warum PFAS in Trockenshampoo nur die Spitze des Eisbergs sind

[Das Wesentliche]: Was wirklich passiert

Eine Studie der University of North Carolina (UNC) ergab, dass die tägliche Anwendung von Trockenshampoo die PFAS-Werte (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) im Blut innerhalb von nur 6 Monaten um 47 % erhöht. Toxikologen raten zur Umstellung auf stärkebasierte Pulver ohne perfluorierte Chemikalien – die Marke Acure hat bereits eine 'Zero PFAS'-Linie angekündigt. Auf den ersten Blick ist es eine weitere Studie über 'Gifte in Kosmetika'. In Wirklichkeit ist es der dokumentierte Beweis dafür, dass die Schönheitsindustrie jahrzehntelang die Anreicherung von 'ewigen Chemikalien' über die Kopfhaut ignoriert hat – einen der effizientesten Absorptionswege.

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Die eigentliche Erkenntnis: Die Kopfhaut hat eine 2- bis 3-mal höhere Durchlässigkeit als die Haut am Unterarm oder im Gesicht. Haarfollikel und Talgdrüsen schaffen direkte Kanäle für Substanzen, um in den systemischen Blutkreislauf zu gelangen und dabei die Stratum-corneum-Barriere zu umgehen. PFAS, die Aerosol-Trockenshampoos als Antistatikmittel und Texturverbesserer zugesetzt werden, bilden beim Sprühen mikrometergroße Partikel, die sich direkt auf der Kopfhaut absetzen. Die Folge ist eine direkte Absorption ohne den metabolischen Schutz des Magen-Darm-Trakts, der die Bioverfügbarkeit von PFAS aus der Nahrung teilweise reduziert.

Die technische Nuance, die unerwähnt bleibt: 47 % ist nicht nur eine Zahl. PFAS haben eine Halbwertszeit im Körper von 2 bis 9 Jahren, abhängig von der Kohlenstoffkettenlänge. Ein Anstieg von 47 % über sechs Monate bedeutet, dass die Konzentrationen bei täglicher Anwendung exponentiell und nicht linear wachsen. Nach einem Jahr – plus 80–100 %, nach zwei – plus 150–200 %. Und das ohne Berücksichtigung zusätzlicher Quellen (Teflon-Kochgeschirr, wasserdichte Kleidung, Fast-Food-Verpackungen).

Zeitstrahl und Kontext

Die UNC-Studie von 2026 kam nicht aus dem Nichts. Sie ist der Höhepunkt einer Reihe von Arbeiten, die Anfang der 2020er Jahre begannen.

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  • 2021 – Valisure entdeckt Benzol in Trockenshampoos von über 30 Marken, darunter Dove, Tresemmé und Not Your Mother's. Produktrückrufe, Skandal. Damals lag der Fokus auf der krebserregenden Verunreinigung, nicht auf PFAS.
  • 2023–2024 – Die EPA verschärft die PFAS-Grenzwerte im Trinkwasser und setzt Schwellenwerte von 4 Teilen pro Billion fest. Kosmetika bleiben unreguliert.
  • 2025 – Erste Studien bringen PFAS in Kosmetika mit einem erhöhten Risiko für Hoden- und Nierenkrebs bei Beschäftigten der Kosmetikbranche in Verbindung.
  • 2026 (aktuelle Studie) – Die UNC konzentriert sich speziell auf Trockenshampoos und zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen Anwendungshäufigkeit und PFAS-Werten im Blut.

Wer gewinnt und wer verliert

Gewinner:

  • Hersteller von PFAS-freien Alternativen (Acure, Briogeo, Crown Affair). Acure hat bereits eine 'Zero PFAS'-Linie angekündigt – ein Marketingvorteil, der eine Preiserhöhung von 30–50 % ermöglicht. Die Kosten für die PFAS-freie Stärkebasis sind praktisch identisch mit denen von Aerosol mit PFAS (Unterschied von 0,5–1 $ pro Flasche), aber sie kann für 15–20 $ statt 10–12 $ verkauft werden.
  • Chemieunternehmen, die sichere Treibmittel herstellen (Honeywell, Mexichem). Moderne Aerosole verwenden Kohlenwasserstoffe (Propan, Isobutan) oder komprimierten Stickstoff. Das Problem ist nicht das Treibmittel, sondern das Absorptionsmittel selbst. Die Umstellung auf nicht-aerosole Formate wird jedoch die Lieferanten von Ventilen und Dosen treffen.
  • Trichologen und Dermatologen. Jede solche Studie erhöht den Patientenstrom, die nach Entgiftung und Sicherheit fragen. Eine Kopfhautuntersuchung mit Trichoskopie kostet 150–300 $.

Verlierer:

  • Große Massenmarken (Dove, Pantene, Tresemmé, Batiste). Sie kontrollieren 60–70 % des Trockenshampoo-Marktes. Die Neuformulierung aller SKUs wird 10–20 Millionen Dollar an F&E und Verpackungsneugestaltung kosten. Ohne Neuformulierung – Verlust von Marktanteilen.
  • Drogerieketten (Walgreens, CVS). Trockenshampoo-Regale machen etwa 300 Millionen Dollar Jahresumsatz in den USA aus. Wenn Verbraucher die Kategorie massenhaft aufgeben, verlieren Apotheken nicht nur Einnahmen, sondern auch Kundenfrequenz (Trockenshampoo ist ein häufiger 'Korb-Zusatzkauf').

Was die Medien nicht sagen

Erstens. PFAS in Trockenshampoos sind keine 'Verunreinigung' oder 'Kontamination'. Sie sind ein bewusster Inhaltsstoff. Fluorpolymere werden zugesetzt, um Glätte, Antistatikeffekt und gleichmäßige Sprayverteilung zu erzeugen. Hersteller wussten von PFAS in ihren Formeln. Zudem werden sie auf Etiketten oft unter Namen wie 'PTFE', 'Perfluoroctyltriethoxysilan' oder 'Polyperfluormethylisopropylether' versteckt.

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Zweitens. Die Aerosolform verschärft das Problem. Beim Sprühen setzen sich bis zu 30–40 % der Partikel nicht auf dem Haar ab, sondern gelangen in die Luft. Der Benutzer atmet sie ein – dies ist ein zweiter Weg für PFAS in den Körper, direkt in die Lunge, wo die Absorption nahezu augenblicklich erfolgt. Die UNC-Studie hat, nach dem Protokoll zu urteilen, nur den transdermalen Weg berücksichtigt. Der tatsächliche Anstieg könnte höher als 47 % sein.

Drittens. Eine Erkenntnis, die alles auf den Kopf stellt: Das Problem ist nicht das Trockenshampoo an sich, sondern dass es das regelmäßige Waschen ersetzt hat. PFAS werden durch normales Shampoo nicht entfernt. Sie haften an Haar und Kopfhaut, und bei der nächsten Trockenshampoo-Anwendung kommt eine neue Schicht hinzu. Und wenn der Benutzer schließlich seine Haare mit normalem Shampoo wäscht, werden PFAS teilweise in den Abfluss gespült – und gelangen in Gewässer, von wo sie ins Leitungswasser zurückkehren. Dies ist ein geschlossener Kreislauf, den Forscher das 'PFAS-Laufband' genannt haben. Man kann nicht einfach durch das Absetzen von Trockenshampoo aussteigen. PFAS sind bereits im Blut, im Wasser, in der Nahrung.

Viertens. PFAS-freie Stärkepulver sind kein Allheilmittel. Billige Stärken können mit Arsen und Schwermetallen aus dem Boden kontaminiert sein. Im Jahr 2024 fand Consumer Reports in 7 von 10 'natürlichen' Trockenshampoos auf Reisstärkebasis Blei. Die Umstellung auf 'Zero PFAS' tauscht ein Risiko gegen ein anderes, nur weniger erforscht.

Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage

30 Tage:

  • Sammelklage gegen Unilever (Dove), P&G (Pantene, Herbal Essences) und Church & Dwight (Batiste). Die rechtliche Strategie wird der Benzol-Klage von 2021 ähneln, sich aber auf kumulativen Schaden konzentrieren, nicht auf einen einzelnen Vergiftungsvorfall.
  • Die FDA wird eine Absichtserklärung zur Regulierung von PFAS in Kosmetika veröffentlichen. Kein konkreter Zeitplan – eine politische Geste, um die Öffentlichkeit zu beruhigen.

90 Tage:

  • Target, Ulta und Sephora werden die Einrichtung von 'PFAS-freien' Abteilungen in der Haarpflegekategorie ankündigen. Dies ist eine Standardtaktik des Einzelhandels – eine Krise in einen monetarisierbaren Trend zu verwandeln.
  • 'Heimtests' für PFAS im Blut werden für 150–200 $ erscheinen. Dies wird ein neues Geschäft für Startups wie Everlywell oder LetsGetChecked sein. Genauigkeit – fragwürdig, Nachfrage – riesig.

Erkenntnis, die das Schicksal der Kategorie bestimmen wird:

Trockenshampoo als Kategorie wird nicht sterben. Aber es wird sich radikal verändern. Bis 2028 werden PFAS-basierte Aerosolformate entweder verboten (Europa, Kalifornien) oder in das billigste Segment (Dollar-Läden) verdrängt sein. Sie werden ersetzt durch:

  • Nicht-Aerosol-Pulver in Pinselspendern – wie mineralisches Gesichtspuder, aber für die Haare. Marktführer: Acca Kappa, Aveda.
  • Stofftücher zur Auffrischung der Kopfhaut – getränkt in milden Tensiden und Alkoholen. Ein Format, das aus der Kategorie 'Trockenshampoo für Hunde' in die menschliche Kosmetik wandert.

Echter Gewinner: Verbraucher, die zum regelmäßigen Haarewaschen zurückkehren. Die 'No-Wash-Bewegung' (einmal pro Woche waschen), der Trockenshampoos dienten, wird abflauen. Die Menschen werden wieder jeden zweiten Tag ihre Haare waschen – und der Absatz von normalem Shampoo wird um 15–20 % steigen. Das wird die wichtigste wirtschaftliche Konsequenz der UNC-Studie sein. PFAS werden die Kategorie töten, die versuchte, Wasser durch Pulver zu ersetzen. Ironisch.

— Editorial Team

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