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Sonnenwind schneller als gedacht – Proba-3-Entdeckung

Das ESA-Projekt Proba-3 hat neue Erkenntnisse über den Sonnenwind veröffentlicht: Nahe der Sonnenoberfläche weht er bis zu viermal schneller als bisher angenommen. Diese Entdeckung verbessert die Vorhersage von Weltraumwetterereignissen und schützt technische Infrastrukturen auf der Erde.

Sonnenwind: Schneller als gedacht – Neues aus dem Weltraum
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Sonnenwind weht nahe der Sonne viel schneller als gedacht

Neue Bilder von zwei cleveren Satelliten zeigen, dass der sogenannte »langsame« Sonnenwind sich nahe der Sonne bis zu viermal schneller vom Sonnenkörper entfernt, als bisher angenommen—gerade dort, wo er entsteht. Diese Entdeckung ist wichtig, weil der Sonnenwind die Weltraumwetterbedingungen prägt, die Satelliten lahmlegen, GPS stören und sogar Stromausfälle auf der Erde verursachen können.

Warum die unsichtbare Atemluft der Sonne zählt

Stellen Sie sich vor, die Sonne atmet kontinuierlich einen Strom winziger, elektrisch geladener Teilchen aus—einen unsichtbaren kosmischen Wind. Das ist der Sonnenwind. Er strömt durch unser gesamtes Sonnensystem und streift dabei die Erde und alles andere in seinem Weg. Wenn dieser Wind besonders stark oder chaotisch wird, kann er unsere täglichen Technologien beeinträchtigen.

Wissenschaftler kennen seit langem zwei Arten: einen »schnellen« Wind, der von kühleren, dunkleren Regionen der Sonne (sogenannten Koronahöhlen) hervorgeht, und einen »langsamen« Wind, der aus anderen Bereichen nahe der Sonnenoberfläche austritt. Bisher gingen sie davon aus, dass der langsamer Wind mit etwa 60 Meilen pro Sekunde fließt. Neue Daten zeigen jedoch, dass er mit Geschwindigkeiten von fast 300 Meilen pro Sekunde davonfliegen kann—fast so schnell wie der sogenannte schnelle Wind.

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Ein cleverer Trick, um das Unsichtbare zu sehen

Die Untersuchung der äußeren Atmosphäre der Sonne—der Korona—is äußerst schwierig. Das helle Gesicht der Sonne überschattet alles um sie herum, ähnlich wie ein Kerzenflamme neben einem Scheinwerfer kaum zu erkennen ist. Jahrzehntelang konnten Wissenschaftler nur klare Aufnahmen während totaler Sonnenfinsternisse machen, wenn der Mond die Sonnenscheibe perfekt abdeckt. Doch solche Ereignisse sind selten und dauern nur wenige Minuten.

Hier kommt das ESA-Projekt Proba-3 ins Spiel: Zwei kleine Satelliten fliegen in perfekter Formation, jeweils 150 Meter voneinander entfernt. Der vordere Satellit fungiert wie ein künstlicher Mond und wirft einen Schatten auf den hinteren, der Bilder aufnimmt. Seit dem Start Ende 2024 hat dieses Duo 57 »künstliche Finsternisse« erzeugt und Forschern über 250 Stunden ununterbrochene Aufnahmen der inneren Korona ermöglicht—dem Geburtsort des Sonnenwinds.

Was die Bilder enthüllten

In diesen hochauflösenden Videos sahen Wissenschaftler etwas Überraschendes: Böen des langsamen Sonnenwinds beschleunigen viel schneller, als Modelle vorhergesagt haben. Statt einer sanften Strömung schießt der Wind in ungleichmäßigen Ausbrüchen hervor—ähnlich wie Wasser, das aus einem Gartenschlauch mit Verkrümmungen spritzt.

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Dies deutet darauf hin, dass der Vorgang, der den Sonnenwind auslöst, nahe der Sonnenoberfläche dynamischer und turbulenter ist, als bisher angenommen. Die führende Theorie besagt, dass magnetische Feldlinien der Sonne plötzlich brechen und neu verbinden—ähnlich wie Gummibänder, die sich plötzlich lösen—und dadurch Teilchen nach außen schleudern. Diese neuen Beobachtungen stützen diese Idee, zeigen aber auch, dass die Beschleunigung viel näher an der Oberfläche und viel schneller stattfindet.

Zentrale Erkenntnisse:

  • Der langsame Sonnenwind erreicht nahe der Sonne Geschwindigkeiten von bis zu 300 Meilen pro Sekunde (480 km/s)
  • Die Beschleunigung beginnt bereits wenige Tausend Meilen über der Sonnenoberfläche
  • Der Fluss ist klumpig und unregelmäßig, nicht gleichmäßig
  • Magnetische Aktivität treibt diese plötzlichen Ausbrüche wahrscheinlich an

Was das für Normalmenschen bedeutet

Sie müssen kein Astronaut sein, um sich für den Sonnenwind zu interessieren. Wenn starke Böen die Erdmagnetosphäre treffen, können sie wunderschöne Polarlichter auslösen—but auch Funksignale stören, Satelliten schädigen und Stromnetze überlasten. Durch besseres Verständnis, wie und wo der Sonnenwind beschleunigt, können Wissenschaftler genauere Vorhersagen erstellen—wie Wetterberichte für den Weltraum. Das bedeutet frühere Warnungen für Fluggesellschaften, Satellitenbetreiber und Energieversorger—potenziell verhindert man teure Ausfälle.

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Wichtige Erkenntnisse

  • Der »langsame« Sonnenwind nahe der Sonne bewegt sich bis zu viermal schneller als erwartet
  • Das ESA-Projekt Proba-3 nutzte zwei Satelliten in Formation, um künstliche Finsternisse zu erzeugen
  • Dies offenbarte eine schnelle, stürmische Beschleunigung in der inneren Korona—wo der Sonnenwind entsteht
  • Besseres Verständnis verbessert die Weltraumwettervorhersage und schützt Technologie auf der Erde
  • Die Entdeckung widerlegt alte Modelle und wirft neue Fragen über das magnetische Verhalten der Sonne auf

— Editorial Team

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