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Aktienmärkte fallen: Krieg im Persischen Golf stürzt Indizes ab

Die globalen Aktienmärkte erlebten Anfang Mai 2026 eine starke Verkaufswelle aufgrund der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten. Der Hauptfaktor für den Rückgang war der Anstieg der US-Staatsanleiherenditen auf mehrjährige Höchststände, verursacht durch einen Anstieg der Ölpreise und eine Revision der Kreditaufnahmeprognosen. Analysten warnen vor anhaltenden geopolitischen Risiken trotz starker Unternehmensgewinne.

Marktcrash: Wie der Golfkrieg die Renditen in die Höhe trieb
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Aktienmärkte fallen aufgrund geopolitischer Instabilität

Globale Märkte zeigen negative Dynamik nach Angriffen auf die VAE und Eskalation in der Region. US-Staatsanleiherenditen erreichen lokale Höchststände, da Anleger skeptisch gegenüber einer baldigen Zinssenkung werden.


Aktienmärkte unter Druck: Wie der Golfkrieg die Kurse sinken und die Renditen steigen ließ

Einleitung

Die globalen Aktienmärkte starteten die erste Maiwoche 2026 mit einer massiven Verkaufswelle. Wichtige Indizes in den USA, Westeuropa und Asien drehten ins Negative, wobei US-Aktien die Gewinne der letzten Wochen wieder abgaben, als der S&P 500 Rekordhöhen erreichte. Der Auslöser für den Ausverkauf war eine Eskalation der militärischen Feindseligkeiten im Nahen Osten: Ein Angriff auf den Ölhafen Fudschaira in den VAE und Zusammenstöße in der Straße von Hormus ließen Ängste wieder aufleben, die bereits abgeklungen schienen. Aber der Mai-Crash ist nicht nur kurzfristige Panik; dahinter steckt eine grundlegende Neubewertung der Risiken im Zusammenhang mit US-Staatsanleiherenditen, die Mehrjahreshochs erreichten, und dem Zusammenbruch der Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik der Federal Reserve.

Ereignisse und Zeitplan

Der Handel am Montag, dem 4. Mai, war von einer Flucht aus Risiken geprägt. Der Dow Jones Industrial Average stürzte um 1,13 % ab, verlor 557 Punkte und schloss bei 48.941,9. Der Standard & Poor's 500 fiel um 0,41 % auf 7.200,75, während der Nasdaq Composite um 0,19 % auf 25.067,8 nachgab. Der Rückgang betraf die meisten Sektoren: Zehn der 11 S&P-500-Sektoren schlossen im Minus. Die größten Verluste gab es bei Industrie (-1,17 %) und Materialien (-1,57 %). Der einzige Sektor, der Gewinne verzeichnete, war Energie (+0,85 %), was den direkten Nutzen für Ölunternehmen aus dem Anstieg der Rohstoffpreise widerspiegelt.

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Die europäischen Märkte litten noch stärker: Der Euro Stoxx 50 stürzte um 2,2 % ab und konnte die psychologisch wichtige Marke von 5.800 nicht halten. Die asiatischen Märkte, die am Dienstagmorgen eröffneten, zeigten ebenfalls eine negative Dynamik: Der Hang Seng in Hongkong verlor 1,27–1,3 %, der ASX 200 in Australien fiel um etwa 0,2 %. Die Börsen in Japan, Festlandchina und Südkorea waren wegen Feiertagen geschlossen, was das Ausmaß des regionalen Rückgangs etwas abmilderte.

Der zeitliche Ablauf der Ereignisse, die den Ausverkauf auslösten, vollzog sich schnell. Am Montagmorgen kündigte Präsident Trump den Start der Operation „Project Freedom“ zur Eskorte von Schiffen durch die Straße von Hormus an, was einen kurzfristigen Rückgang der Ölpreise und kurzlebigen Optimismus an den Aktienmärkten verursachte. Die Situation kehrte sich jedoch um, nachdem iranische Medien den Abschuss von zwei Raketen auf ein US-Patrouillenschiff meldeten. Obwohl CENTCOM diese Behauptungen dementierte, reagierten die Märkte mit einem starken Rückgang. Die weitere Eskalation – Bestätigung eines Angriffs auf die Ölinfrastruktur der VAE, ein Angriff auf einen ADNOC-Tanker, ein Brand im Hafen von Fudschaira – festigte den negativen Trend.

Auswirkungen und Bedeutung

Der wichtigste Mechanismus, durch den die geopolitische Krise die Aktienmärkte beeinflusste, war ein starker Anstieg der US-Staatsanleiherenditen. Die Rendite 30-jähriger Anleihen überstieg 5 % und erreichte ein 20-Jahres-Hoch. Auch die 10-jährige Rendite erreichte lokale Höchststände: Laut Analysten stieg sie auf über 4,44 %, verglichen mit 4,27 % zum Zeitpunkt der vorherigen vierteljährlichen Refinanzierungsankündigung. Zweijährige Anleihen, die am empfindlichsten auf Zinserwartungen der Fed reagieren, stiegen in einer einzigen Sitzung um 11 Basispunkte und näherten sich 3,99 %.

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Der Renditeanstieg ist eine direkte Folge zweier Faktoren. Erstens belebte der Sprung der Ölpreise auf 114–115 USD pro Barrel die Inflationsängste und zwang die Anleger, eine höhere Prämie für langfristige Anleiheninvestitionen zu verlangen. Zweitens erhöhte das US-Finanzministerium seine Nettokreditaufnahmeschätzung für das laufende Quartal (April–Juni) auf 189 Milliarden USD, gegenüber den zuvor erwarteten 109 Milliarden USD, was ein zusätzliches Angebot an Staatsanleihen auf dem Markt und folglich Abwärtsdruck auf die Kurse und Aufwärtsdruck auf die Renditen bedeutet.

Für den Aktienmarkt wurden steigende Renditen zu einem starken Gegenwind. Aktien, die zu Beginn des Jahres durch Erwartungen einer baldigen Lockerung der Fed gestützt wurden, sahen sich nun einem doppelten Schlag ausgesetzt: Teurere Kredite verringern die Attraktivität risikoreicher Anlagen, und die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen oder sogar eine Erhöhung verändert die Bewertungen grundlegend. Wie Viktor Grigoriev, Chefanalyst der Bank Sankt Petersburg, anmerkt, haben die US-Staatsanleiherenditen kurzfristig lokale Höchststände aktualisiert, und die Anleger zweifeln zunehmend an den Aussichten auf eine Zinssenkung der Fed.

Auch die Unternehmensnachrichten waren aufschlussreich. Die Aktien der Logistikunternehmen United Parcel Service und FedEx stürzten um mehr als 9 % ab, nachdem Amazon seine Amazon Supply Chain Services angekündigt hatte, die Drittorganisationen Zugang zum Logistiknetzwerk des Unternehmens geben werden. Dieser Rückgang spiegelt nicht nur Wettbewerbsrisiken, sondern auch die allgemeine Marktnervosität wider, die bereit ist, bei negativen Nachrichten zu verkaufen.

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Reaktionen der Hauptakteure

Die Reaktionen der Marktteilnehmer sind geprägt von gleichzeitiger Vorsicht und Versuchen, Ankerpunkte zu finden. Analysten des Wells Fargo Investment Institute unter der Leitung von Darrell Cronk warnen: „Selbst wenn der unmittelbare Konflikt deeskaliert, erwarten wir, dass seine Folgen – für Energiepreise, Industrieproduktion und geopolitische Risikoprämien – noch einige Zeit bei uns bleiben werden.“

Gleichzeitig bewahren einige Analysten verhaltenen Optimismus. Matt Maley von Miller Tabak merkt an, dass sich der Markt angesichts des Ölpreisanstiegs und der steigenden langfristigen Renditen seit den Oktober-Tiefs „extrem gut“ halte. Er glaubt, dass die Marktteilnehmer eine Lösung der Krise in absehbarer Zukunft einpreisen, und die treibende Kraft sei jetzt eher die Angst, Gewinne zu verpassen, als die Angst vor Verlusten.

Auch die Berichtssaison der Unternehmen stützt den Markt. Laut Schätzungen von Michael Wilson von Morgan Stanley sind die Gewinnrevisionen des S&P 500 im letzten Monat über mehrere Zeithorizonte hinweg nach oben gedreht: Die Schätzungen für das zweite Quartal sind um 2 % gestiegen, die Prognosen für das Kalenderjahr 2026 um 3 % und die Prognosen für die nächsten zwölf Monate um 4 %. Das bedeutet, dass das fundamentale Bild zumindest vorerst der geopolitischen Negativität entgegenwirkt.

Strategen der Deutschen Bank stellen fest, dass der S&P 500 trotz des Rückgangs immer noch mehr als 13 % über seinem Tiefstand Ende März liegt. Der Technologiesektor zeigt sich widerstandsfähig: Der Nasdaq fiel nur um 0,19 %, und der Indikator der „Magnificent Seven“ der größten Technologieunternehmen war am Tag praktisch unverändert. Dies deutet darauf hin, dass Anleger Risiken differenzieren, anstatt einen pauschalen Ausverkauf zu betreiben.

Prognose und Schlussfolgerungen

Die kurzfristigen Aussichten für die Aktienmärkte werden durch das Zusammenspiel zweier gegensätzlicher Kräfte bestimmt. Einerseits bleiben die Unternehmensgewinne stark, und der Technologiesektor führt weiterhin bei den Wachstumsraten im ersten Quartal. Dieser fundamentale Faktor begrenzt objektiv die Tiefe eines möglichen Rückgangs. Andererseits werden die Fortdauer des Konflikts im Persischen Golf und Ölpreise über 110 USD pro Barrel die Staatsanleiherenditen hoch halten und die Aktienbewertungen ständig unter Druck setzen.

Das Schlüsselereignis dieser Woche wird die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für April sein, der die Zinserwartungen der Fed beeinflussen könnte. Außerdem konzentrieren sich die Anleger auf die bevorstehende vierteljährliche Refinanzierungsankündigung (QRA) am Mittwoch – das US-Finanzministerium wird die Parameter der Staatsanleiheemissionen offenlegen, und jede Änderung des Wortlauts bezüglich der „Beibehaltung der Auktionsgrößen für mindestens mehrere Quartale“ könnte zusätzliche Volatilität sowohl an den Anleihe- als auch an den Aktienmärkten auslösen.

Die Verschiebung der Zinserwartungen der Fed ist grundlegend. Vor Beginn des Konflikts Ende Februar preiste der Markt eine Reihe von Zinssenkungen ein. Jetzt schätzen Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis April 2027 auf etwa 70–80 %. Barclays und Morgan Stanley haben ihre Prognosen bereits revidiert und die erwartete Lockerung auf 2027 verschoben.

Die wichtigste Erkenntnis aus der aktuellen Situation ist, dass die Aktienmärkte in eine Phase eingetreten sind, in der der wichtigste Treiber der Kurse nicht die Mikroökonomie der Unternehmen, sondern makroökonomische und geopolitische Faktoren sind. Solange Öl über 110 USD pro Barrel gehandelt wird, werden die Staatsanleiherenditen hoch bleiben und die Fed eine restriktive Haltung beibehalten, was das Aufwärtspotenzial für Aktien begrenzt. Die Berichtssaison könnte jedoch Chancen für bestimmte Sektoren und Unternehmen bieten, selbst in einem ungünstigen makroökonomischen Umfeld zu steigen. Unter diesen Bedingungen sollten Anleger erhöhte Selektivität walten lassen und erkennen, dass die geopolitische Risikoprämie wahrscheinlich noch lange an den Märkten bleiben wird.

— Editorial Team

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