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Quantumengehen für Bitcoin: 1,7 Millionen BTC in Gefahr

Experten warnen davor, dass bis zu 1,7 Millionen Bitcoins auf alten Adressen gestohlen werden könnten, sobald leistungsfähige Quantencomputer verfügbar sind. Wir erläutern, wie real dieses Risiko ist und warum der Schutz komplexer ist als es scheint.

1,7 Millionen Bitcoins in Gefahr: Die Wahrheit über Quantenangriffe
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1,7 Millionen Bitcoins unter Bedrohung: Was ist ein Quantenangriff und warum ist er wichtig?

Wenn leistungsstarke Quantencomputer jemals Realität werden, könnten sie bis zu 1,7 Millionen Bitcoins stehlen — das entspricht heute rund 100 Milliarden US-Dollar. Dabei handelt es sich nicht um Science-Fiction, sondern um ein reales Risiko für ältere Wallets, die vor 2013 erstellt wurden. Obwohl solche Computer noch nicht existieren, diskutieren Experten bereits darüber, wie das Netzwerk abgesichert werden kann.

Was ist ein Quantenangriff? Einfach erklärt

Stell dir vor, dein Bitcoin wird in einem Tresor aufbewahrt, dessen Schlüssel eine lange Zahl ist — der private Schlüssel. Um Zugang zu erhalten, müsstest du ein äußerst komplexes mathematisches Problem lösen. Heutige Computer würden dafür eine Million Jahre brauchen. Ein Quantencomputer hingegen ist wie ein superschlauer Hacker, der den Schlüssel innerhalb von Stunden oder Tagen finden kann.

Glücklicherweise verschleiern die meisten modernen Wallets diesen Schlüssel so gut, dass selbst wenn ein Angreifer Teile der Daten im Blockchain-Netzwerk sieht, er den vollständigen Schlüssel trotzdem nicht rekonstruieren kann. Es gibt jedoch eine Ausnahme: sehr alte P2PK-Adressen (Pay-to-Public-Key), bei denen der öffentliche Schlüssel direkt in der Transaktion sichtbar ist. Genau diese sind anfällig.

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Warum sprechen wir von 1,7 Millionen BTC?

Charles Hoskinson, Gründer von Cardano, hat berechnet, dass etwa 1,7 Millionen Bitcoins auf diesen veralteten Adressen liegen. Viele davon gehören zu den ersten Coins, die von Satoshi Nakamoto und frühen Enthusiasten geschürft wurden. Diese Wallets entstanden vor der Einführung von BIP-39 im Jahr 2013, mit dem Seed Phrases eingeführt wurden — jene 12 oder 24 Wörter, mit denen man den Zugang wiederherstellen kann.

Ohne Seed Phrase und ohne moderne Wallet-Architektur können diese Gelder nicht sicher auf neue Adressen transferiert werden. Und wenn sie nicht rechtzeitig verschoben werden, werden sie zur leichten Beute, sobald ein Quantencomputer verfügbar ist.

Ein Schutzversuch: BIP-361 und seine Herausforderungen

Die Bitcoin-Community hat einen Lösungsvorschlag gemacht: BIP-361. Die Initiative schlägt vor, anfällige Coins einzufrieren, es sei denn, ihre Besitzer verschieben sie bis zu einem bestimmten Stichtag auf quantensichere Adressen. Danach könnten die Vermögenswerte nur noch über einen speziellen Wiederherstellungsprozess freigegeben werden.

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Hoskinson hält diesen Plan jedoch für unrealistisch:

  • Viele Besitzer haben keinen Zugriff mehr auf ihre alten Wallets (verlorene Passwörter, weggeworfene Festplatten).
  • Selbst wenn sie die Coins transferieren wollten, ist dies technisch ohne den privaten Schlüssel unmöglich.
  • Moderne Wiederherstellungsmethoden, einschließlich Zero-Knowledge-Proofs, funktionieren mit der Architektur aus jenen frühen Tagen nicht.

Ein weiterer Experte, Samson Mow (Gründer von Jan3), ergänzt, dass eine voreilige Umsetzung des Schutzplans das Netzwerk sogar gefährden könnte. Jede Änderung am Bitcoin-Code birgt das Risiko von Bugs oder einer Fork.

Kernbotschaften

  • Nur alte P2PK-Adressen sind anfällig, bei denen der öffentliche Schlüssel in der Blockchain sichtbar ist.
  • Die Bedrohung wird sich frühestens in den 2030er Jahren realisieren — zumindest solange keine ausreichend leistungsfähigen Quantencomputer gebaut sind.
  • 1,7 Millionen BTC machen etwa 8 % des gesamten Angebots aus, doch viele dieser Coins sind möglicherweise bereits für immer verloren.
  • BIP-361 ist ein umstrittener Vorschlag: Er berücksichtigt nicht die technischen Einschränkungen früherer Wallets.
  • Experten rufen zwar nicht zur Panik auf, mahnen aber zu großer Vorsicht bei Änderungen am Protokoll.

Was bedeutet das für normale Nutzer?

Wenn du ein modernes Wallet verwendest (Ledger, Trezor, Exodus usw.) und nie BTC von einer rein empfangsbasierten Adresse verschickt hast, sind deine Coins sicher. Die Quantenbedrohung betrifft ausschließlich historische Vermögenswerte, von denen viele wahrscheinlich bereits für ihre Eigentümer unzugänglich sind.

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Die wichtigste Lehre hier ist nicht das Geld, sondern die Technologie: Selbst die zuverlässigsten Systeme werden mit der Zeit veraltet. Bitcoin ist ein lebendiges Projekt, und seine Community denkt bereits über zukünftige Herausforderungen nach. Doch jede Änderung muss sorgfältig geplant werden, denn ein einziger Fehler könnte Milliarden kosten.

— Editorial Team

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