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Gazprombank steigerte den Nettogewinn um das 3,4-fache: Analyse und Risiken

Die Gazprombank meldete im ersten Quartal 2026 einen 3,4-fachen Anstieg des Nettogewinns nach IFRS auf 64,8 Milliarden Rubel. Die Analyse zeigt jedoch eine Reduzierung des Kreditportfolios, einen Anstieg des Anteils notleidender Kredite und einen Abfluss von Einlagen. Die Redaktion hebt drei versteckte Risiken hervor und gibt eine Prognose für 30 und 90 Tage.

Gazprombank: Rekordgewinn oder Warnsignale?
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IFRS-Nettogewinn der Gazprombank verdreifacht sich im 1. Quartal, doch Analysten warnen vor versteckten Risiken

Der Nettogewinn der Gazprombank stieg im ersten Quartal 2026 von 19,1 Mrd. RUB im Vorjahr auf 64,8 Mrd. RUB, begünstigt durch niedrigere Refinanzierungskosten.


Schlagzeile: Gazprombank verdient 3,4-mal mehr: Warum das kein Grund zum Feiern ist

Autor: Unabhängiger Finanzanalyst (Insider-Perspektive)

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[Das Wesentliche]: Was wirklich passiert

Die Gazprombank hat ihre IFRS-Ergebnisse für das 1. Quartal 2026 vorgelegt, und die Zahlen sind auf den ersten Blick beeindruckend: Der Nettogewinn stieg um das 3,4-fache auf 64,8 Mrd. RUB oder 910 Mio. USD zum durchschnittlichen Wechselkurs des 1. Quartals. Die Eigenkapitalrendite sprang von 6 % auf 18,6 %, und der Nettozinsüberschuss stieg von 2,4 % auf 3,8 %.

Doch ein professionelles Auge erkennt drei rote Flaggen, die die Medien ignorieren. Erstens schrumpfte das Kreditportfolio um 1,6 %, wobei die Privatkredite um 3,5 % zurückgingen. Zweitens stieg der Anteil notleidender Kredite (NPL) von 1,7 % auf 2,2 % aufgrund des Ausfalls eines einzelnen Großkreditnehmers. Drittens sanken die Kundeneinlagen um 4,6 % – seit Jahresbeginn sind über 600 Mrd. RUB an Einlagen abgeflossen.

Die wahre Erkenntnis: Der Rekordgewinn wurde nicht durch Geschäftswachstum erzielt, sondern durch die Senkung der Refinanzierungskosten. Dies ist ein zyklischer, kein struktureller Erfolg.

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Zeitstrahl und Kontext

Q1 2025. Der Nettogewinn der Gazprombank betrug 19,1 Mrd. RUB, die Eigenkapitalrendite 6 %. Die Bank litt noch unter der straffen Geldpolitik der Zentralbank (Leitzins bei 21 %) und dem Sanktionsdruck.

Q4 2025. Der Gewinn brach auf 4,2 Mrd. RUB ein, die Eigenkapitalrendite auf 1,2 %. Dies war der Krisentiefpunkt: Die Bank verdiente kaum Geld, da Rückstellungsaufwendungen und teure Refinanzierung die Margen auffraßen.

Q1 2026. Eine Trendwende. Die Refinanzierungskosten begannen schneller als erwartet zu sinken. Der Nettozinsertrag stieg um 57 % auf 148,5 Mrd. RUB. Die Eigenkapitalrendite erreichte 18,6 %.

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Was hat sich geändert? War es eine Leitzinssenkung? Nein. Der Leitzins der Zentralbank liegt immer noch bei 21 %. Der wahre Grund: Die Bank konnte teure Privatkundeneinlagen durch günstigere Quellen ersetzen – Unternehmensgelder und Interbankenfinanzierung. Das ist der sogenannte „Trend des schnelleren Rückgangs der Refinanzierungskosten“.

27. Mai 2026. Die Bank veröffentlicht ihre Ergebnisse. Gleichzeitig empfiehlt der Vorstand eine Dividende auf Stammaktien von 32,1 RUB pro Aktie, insgesamt 20 Mrd. RUB. Auf Vorzugsaktien (Typ A, im Besitz des Finanzministeriums, und Typ B, im Besitz der Einlagensicherungsagentur) werden keine Dividenden gezahlt.

Gewinner und Verlierer

Die Gewinner sind offensichtlich: Aktionäre der Gazprombank, die Stammaktien halten. 20 Mrd. RUB an Dividenden entsprechen etwa 30 % des Quartalsgewinns. Die Rendite zum aktuellen Kurs (GPB-Aktien werden nicht öffentlich gehandelt, aber es gibt einen OTC-Markt) wird auf 12–14 % geschätzt.

Es gibt aber auch einen weniger offensichtlichen Gewinner: das Finanzministerium, das Vorzugsaktien des Typs A hält. Obwohl darauf keine Dividenden gezahlt werden, profitiert das Ministerium indirekt: Die Bank behält Kapital für die Beteiligung an wichtigen Staatsprojekten. Die Gazprombank ist ein wichtiger Finanzierer der Verteidigungsindustrie und von Infrastrukturprojekten.

Verlierer: Inhaber von Vorzugsaktien der Typen A und B sowie Minderheitsaktionäre, die Aktien auf dem OTC-Markt zu 8.000–10.000 RUB pro Aktie gekauft haben. Die Entscheidung, die Dividende auf Vorzugsaktien ausfallen zu lassen, kam überraschend. Zudem verlieren private Einleger, da die Einlagenbasis der Bank schrumpft (Kundengelder fielen im Quartal um 4,6 %).

Doch der größte Verlierer ist langfristig die Bank selbst. Warum? Das Kreditportfolio schrumpft bereits im zweiten Quartal in Folge. Unternehmenskredite fielen um 1,5 %, Privatkredite um 3,5 %. Die Bank wächst nicht. Sie ist lediglich effizienter geworden, um die Margen bei schrumpfendem Volumen zu verwalten. Das ist keine Wachstumsstrategie – es ist eine Überlebensstrategie.

Was die Medien verschweigen

Die erste Erkenntnis, die in den Schlagzeilen fehlt: Der Anstieg der NPL von 1,7 % auf 2,2 % ist kein „Ausfall eines einzelnen Kreditnehmers“, sondern ein heruntergespieltes systemisches Problem.

Ja, formal ist es auf den Ausfall eines großen Kreditnehmers zurückzuführen. Aber im Bankwesen sind solche „Einzelfälle“ selten zufällig. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um ein Unternehmen in einem Sektor, der mit Gazprom verbunden ist – ein Auftragnehmer oder Zulieferer. Die Krise in der russischen Wirtschaft (steigende Forderungen, sinkende Unternehmensgewinne) führt dazu, dass selbst große Gegenparteien von Staatsunternehmen in die Insolvenz gehen. Setzt sich dieser Trend fort, könnten die NPL bis Jahresende 3–4 % erreichen, was zusätzliche Rückstellungen von 50–70 Mrd. RUB erforderlich machen würde.

Die zweite Erkenntnis, die ignoriert wird: Der Rückgang der Refinanzierungskosten ist nicht das Verdienst des Managements, sondern das Ergebnis der Konsolidierung des Bankensektors.

Der Wettbewerb um Einleger nimmt ab. Kleine und mittlere Banken verlassen den Markt, und ihre Einlagenportfolios fließen zu den größten Banken – Sberbank, VTB, Gazprombank. Aber diese Einleger erhalten niedrigere Zinsen, weil große Banken nicht um jeden Kunden konkurrieren. So hat die Gazprombank günstige Refinanzierung nicht durch Effizienz, sondern durch Sektorkonzentration erhalten. Das ist Monopolrente, kein operativer Erfolg.

Die dritte Erkenntnis, die die meisten Analysten übersehen: Das Kredit-Einlagen-Verhältnis stieg auf 108,2 %.

Dies ist ein gefährliches Niveau. Es bedeutet, dass die Bank 8,2 % mehr Kredite vergeben hat, als sie Einlagen angezogen hat. Die Lücke wird durch Interbankenkredite und Repo-Geschäfte mit der Zentralbank gedeckt – also teure Quellen. Wenn sich die Situation nicht ändert, könnte das Verhältnis bis Jahresende 112–115 % erreichen. Das ist ein technisches Niveau, bei dem die Aufsichtsbehörde nachfragt.

Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage

30 Tage: Bis zur jährlichen Hauptversammlung (voraussichtlich Ende Juni bis Anfang Juli) werden die Aktien der Gazprombank auf dem OTC-Markt mit erhöhter Volatilität gehandelt. Kurs um 9.500–10.500 RUB pro Stammaktie. Die Dividendenrendite von 12–14 % ist bereits eingepreist. Im nächsten Monat sind keine neuen Wachstumstreiber zu erwarten.

90 Tage: Bis Ende des 3. Quartals wird sich zeigen, ob der Rückgang des Kreditportfolios anhält. Das wahrscheinlichste Szenario (65 %): Das Portfolio schrumpft weiter um 0,5–1 % pro Monat aufgrund der schwachen Kreditnachfrage in der Wirtschaft. Der Gewinn im 2. Quartal wird bei 55–60 Mrd. RUB liegen – niedriger als im 1. Quartal aufgrund höherer Rückstellungen für faule Kredite. Die Eigenkapitalrendite wird auf 14–16 % sinken.

Besonderes Risiko: Steigen die NPL weiter (2,5–2,8 % bis Quartalsende), muss die Bank zusätzliche Rückstellungen von 30–40 Mrd. RUB bilden, was die Hälfte des Gewinns im 2. Quartal auffrisst.


Redaktionelle Prognose

Basierend auf den aktuellen Daten glauben wir, dass die Marktreaktion auf die Ergebnisse der Gazprombank in den nächsten 24–72 Stunden bereits abgeschlossen ist. Auf dem OTC-Markt für GPB-Aktien erwarten wir seitwärts gerichtete Kursbewegungen in der Spanne von 9.800–10.300 RUB pro Stammaktie. Das Konfidenzniveau ist niedrig, da die Aktien illiquide sind und die Geld-Brief-Spannen 3–5 % erreichen können. Das Hauptrisiko: Wenn ein Großaktionär nach dem Dividendenstichtag (voraussichtlich Juli) aussteigt, könnte der Kurs aufgrund fehlender Kaufinteressen innerhalb weniger Tage um 10–15 % fallen. Dies ist die redaktionelle Meinung, keine Anlageempfehlung.


— Editorial Team

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