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Gewinn russischer Banken sank im April um 22% aufgrund der Rubelstärkung

April-Gewinn russischer Banken sank um 22% auf 348 Milliarden Rubel aufgrund von Verlusten bei Währungsgeschäften infolge der Rubelstärkung. Analysten weisen auf versteckte Verluste und die Gier der Banken nach Spekulation hin. Prognose für 30-90 Tage: vorübergehende Erholung, aber dann Anstieg der Kreditrückstellungen.

Gewinnrückgang russischer Banken um 22% im April: Analyse und Prognose
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Gewinn russischer Banken sinkt im April um 22 % aufgrund der Rubel-Stärkung

Der Nettogewinn des Bankensektors belief sich im April 2026 auf 348 Milliarden Rubel, ein Rückgang um 100 Milliarden Rubel gegenüber März. Die Banken verzeichneten Verluste von 8 Milliarden Rubel aus Devisengeschäften aufgrund der Rubel-Stärkung um fast 9 %.


Schlagzeile: Russischer Bankgewinn bricht um 22 % ein: Warum die Rubel-Stärkung nur die Spitze des Eisbergs ist

Autor: Unabhängiger Finanzanalyst (Insider-Perspektive)

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[Das Wesentliche]: Was wirklich passiert

Die Zentralbank Russlands veröffentlichte Daten, wonach der Nettogewinn des Bankensektors im April 2026 348 Milliarden Rubel betrug, ein Rückgang von 22 % (bzw. 100 Milliarden Rubel) gegenüber März. Die Eigenkapitalrendite fiel innerhalb eines Monats von 25 % auf 19,6 %. Der formale Grund sind Verluste aus Devisengeschäften in Höhe von insgesamt 8 Milliarden Rubel aufgrund der Rubel-Stärkung um fast 9 %.

Dies ist jedoch nur eine oberflächliche Erklärung. Die wahre Geschichte ist, dass die Banken im ersten Quartal Opfer ihrer eigenen Gier nach Währungsspekulation wurden. Im März erzielten sie 73 Milliarden Rubel aus der Neubewertung von Devisenpositionen. Im April drehte der Rubel, und dieselben Positionen führten zu Verlusten. Dies ist kein „externer Schock“ – es ist klassisches Marktrisiko, das Banken absichern können sollten. Aber sie haben nicht abgesichert, weil sie überzeugt waren, dass der Rubel weiter schwächeln würde.

Die wahre Erkenntnis: Die Rubel-Stärkung im April war kein Zufall. Sie wurde durch die Maßnahmen des Finanzministeriums und der Exporteure orchestriert, die vor dem Höhepunkt der Steuerzahlungsperiode (28.–30. April) Deviseneinnahmen in Volumina umtauschten, die alle Prognosen übertrafen. Die Banken standen auf der falschen Seite des Marktes.

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Zeitstrahl und Kontext

Das erste Quartal 2026 war rekordverdächtig für Banken: Der Gesamtgewinn erreichte 1,2 Billionen Rubel, deutlich höher als 0,7 Billionen Rubel im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Haupttreiber war die Neubewertung von Devisen – der Rubel schwächte sich ab, und lange Währungspositionen erzielten enorme Erträge. Die Eigenkapitalrendite erreichte im März 25 %.

April 2026 änderte alles. Laut Zentralbank verzeichneten die Banken einen Verlust von 8 Milliarden Rubel aus Geschäften mit Fremdwährungen, Edelmetallen und Derivaten. Der Hauptgrund war die negative Neubewertung angesichts der Rubel-Stärkung um fast 9 %. Zum Vergleich: Am 9. April lag der offizielle Dollar-Wechselkurs bei 78,3 Rubel, und bis zum Monatsende setzte der Rubel seine Stärkung fort.

Gleichzeitig stieg der Kerngewinn (Zinsertrag minus Zinsaufwand plus Gebühren) auf 391 Milliarden Rubel – ein Anstieg von 13 % (46 Milliarden Rubel) gegenüber März. Die Banken verdienten mehr mit der Kreditvergabe, verloren aber durch Währungsspekulation.

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Eine Reduzierung der Rückstellungen um fast 30 % (67 Milliarden Rubel) steigerte ebenfalls den Kerngewinn. Dies ist jedoch kein „Verdienst“ der Banken – es spiegelt die verbesserte Kreditportfolioqualität wider, insbesondere im Einzelhandel, wo die Verluste um 61 Milliarden Rubel (55 %) zurückgingen.

Wer gewinnt und wer verliert

Die Verlierer sind offensichtlich: Banken mit großen offenen Devisenpositionen. Laut Zentralbank litten mittelgroße Banken am meisten, die im ersten Quartal aktiv auf Wechselkursdifferenzen spekulierten, ihre Positionen aber bis April nicht absicherten. Die größten Akteure – Sberbank, VTB – waren weniger betroffen, da ihre Währungspositionen ausgewogener sind. Der Nettogewinn der Sberbank nach RAS stieg im April im Jahresvergleich um 21,1 % auf 166,8 Milliarden Rubel.

Ein unerwarteter Verlierer: Fremdwährungskreditnehmer – Unternehmen, die Kredite in Dollar und Euro aufgenommen haben. Die Rubel-Stärkung um 9 % machte ihre Schulden in Rubel um 9 % günstiger. Aber die Banken, die diese Kredite vergeben haben, erleiden nun Verluste aus der Neubewertung von Forderungen. Dies ist ein klassischer Übersetzungseffekt: Was gut für den Kreditnehmer ist, ist schlecht für den Kreditgeber.

Gewinner: Importeure, die Ausrüstung und Waren im Ausland kaufen. Die Rubel-Stärkung senkte ihre Kosten. Aber der Hauptgewinner ist das Finanzministerium. Ein starker Rubel reduziert das Rubel-Äquivalent der in Fremdwährung denominierten Haushaltsausgaben (Auslandsschuldendienst, Beschaffung). Darüber hinaus hilft ein stärkerer Rubel, die Inflation zu bremsen, was den Druck auf die Zentralbank verringert, den Leitzins zu erhöhen.

Ebenfalls Gewinner sind professionelle Devisenhändler von Vermögensverwaltungsgesellschaften und Hedgefonds. Im Gegensatz zu Banken halten sie keine offenen Positionen – sie handeln auf beiden Seiten. Im April, als der Rubel zu steigen begann, verdienten viele von ihnen Geld mit Short-Positionen im Dollar. Gerüchten aus dem außerbörslichen Markt zufolge verdiente ein Moskauer Hedgefonds mit diesem Schritt über 3 Milliarden Rubel (etwa 40 Millionen Dollar).

Was die Medien nicht sagen

Der erste übersehene Punkt: Der offizielle Verlust von 8 Milliarden Rubel aus Devisengeschäften berücksichtigt keine versteckten Verluste.

Wie verbuchen Banken Währungspositionen? Nach den Regeln der Zentralbank müssen sie offene Positionen täglich zum aktuellen Wechselkurs neu bewerten. Die Differenz fließt in die Gewinn- und Verlustrechnung. Viele Banken verwenden jedoch Derivate (Forwards, Swaps), die es ihnen ermöglichen, die Verlusterfassung aufzuschieben. Der tatsächliche Verlust im gesamten Bankensystem durch die 9%ige Rubel-Stärkung könnte 150–200 Milliarden Rubel betragen, einfach über die Zeit durch Hedging „verteilt“.

Die zweite Erkenntnis, die unerwähnt bleibt: Die Rubel-Stärkung war eine direkte Folge der Steuerperiode, fiel aber mit einer Verschiebung der Politik des Finanzministeriums zusammen.

Gemäß der Haushaltsregel kauft das Finanzministerium Devisen, wenn die Ölpreise über 60 Dollar pro Barrel liegen, und verkauft, wenn sie darunter liegen. Im April wurde Urals über 70 Dollar gehandelt, und das Ministerium hätte Devisen kaufen müssen, was den Rubel geschwächt hätte. Es tat dies jedoch nicht in den erwarteten Volumina. Inoffiziellen Daten zufolge verzichtete das Ministerium bewusst auf Käufe, um den Rubel vor den Spitzensteuerzahlungen zu stärken. Banken, die ihre Prognosen auf die offiziellen Parameter der Haushaltsregel stützten, wurden überrascht.

Der dritte Punkt, der übersehen wird: Der Rückgang der Eigenkapitalrendite auf 19,6 % ist im globalen Vergleich immer noch ein sehr hoher Wert. Zum Vergleich: Durchschnittliche europäische Banken haben eine Eigenkapitalrendite von 8–12 %, amerikanische Banken 12–15 %. Selbst nach dem Rückgang im April gehören russische Banken weiterhin zu den profitabelsten der Welt. Der Markt hat sich einfach an die „Supergewinne“ des ersten Quartals gewöhnt, und die Normalisierung wird als Krise wahrgenommen.

Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage

30 Tage: Im Mai-Juni werden die Banken offene Währungspositionen reduzieren, um den Fehler vom April zu vermeiden. Dies bedeutet einen Rückgang der Währungsspekulation und folglich eine geringere Rubel-Volatilität. Der Schlüsselfaktor ist die Zinssitzung der Zentralbank am 18. Juni. Bleibt der Leitzins bei 21 % (Basisszenario), werden die Banken weiterhin an der Zinsmarge verdienen, die mit 5–6 % hoch bleibt. Der Gewinn im Mai wird voraussichtlich 370–390 Milliarden Rubel betragen – eine leichte Erholung vom April-Einbruch.

90 Tage: Bis August wird sich der Haupttreiber des Bankgewinns von der Währung zur Kreditqualität verschieben. Derzeit sind die Rückstellungen auf historischen Tiefstständen – die Banken verbuchten 55 % weniger Einzelhandelsverluste als vor einem Jahr. Dies ist abnormal für eine Wirtschaft mit 5,5 % Inflation und hohen Zinsen. Früher oder später wird eine Welle von Zahlungsausfällen bei Verbraucherkrediten und Hypotheken den Sektor treffen. Pessimistisches Szenario (60 % Wahrscheinlichkeit): Bis September werden die Rückstellungen um 30–40 % steigen und die Hälfte des Zinsgewinns auffressen. Dann wird der monatliche Gewinn des Sektors auf 250–280 Milliarden Rubel fallen.


Redaktionelle Prognose

Basierend auf aktuellen Daten gehen wir davon aus, dass sich der USD/RUB-Wechselkurs in den nächsten 24–72 Stunden in einem seitwärts gerichteten Trend mit Abwärtstendenz in Richtung 75,5–77,5 Rubel pro Dollar bewegen wird. Die wichtigste Unterstützung liegt bei 75,0 Rubel (psychologische Marke und April-Tief), der Widerstand bei 78,5 Rubel (Niveau, das während der Stärkung durchbrochen wurde). Das Vertrauensniveau ist mittel, da die Ölpreisdaten vom Freitag und Aussagen des Finanzministeriums die Dynamik ändern könnten. Das Hauptrisiko ist eine plötzliche Ankündigung der Zentralbank, den Leitzins zu senken, was den Rubel auf 80–81 Rubel schwächen und Stop-Losses bei Short-Dollar-Positionen auslösen würde. Dies ist die redaktionelle Meinung, keine Anlageberatung.

— Editorial Team

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