Goldman Sachs will Bitcoin-ETF mit Einkommen für Anleger vorbereiten
Goldman Sachs hat Dokumente eingereicht, um einen neuen Typ von Bitcoin-Investment zu launchen, der privaten Anlegern eine regelmäßige, kleine Ertragsquelle bieten könnte – selbst wenn sich der Kurs von Bitcoin nicht bewegt. Falls genehmigt, würde dieser Fonds nicht nur den Kurs von Bitcoin nachverfolgen, sondern mithilfe sogenannter "Optionen" Einkünfte generieren, ähnlich wie Miete von digitalen Vermögenswerten.
Was ist ein Bitcoin-Einkommens-ETF – und warum sollte man sich dafür interessieren?
Die meisten Bitcoin-ETFs funktionieren wie der Kauf einer Bitcoin-Anteilsschein: Man steigt mit dem Kurs auf oder ab. Doch der von Goldman vorgeschlagene Fonds unterscheidet sich. Er zielt darauf ab, Anlegern neben potenziellen Kursgewinnen auch eine stabile Einkommensquelle zu bieten, indem er die Strategie des "Verkaufs von Optionen" nutzt.
Stellen Sie sich vor, Sie besitzen eine Wohnung und vermieten den Parkplatz. Selbst wenn der Wert Ihrer Immobilie stagniert, erhalten Sie monatlich Geld von dem Mieter. Im Fall des Fonds ist der "Parkplatz" ein Finanzinstrument, das mit dem Kurs von Bitcoin verknüpft ist – und jemand zahlt Goldman (und damit indirekt Ihnen) eine Gebühr dafür, später Bitcoin zu einem festgelegten Preis kaufen oder verkaufen zu dürfen.
Der Fonds plant, mindestens 80 % seines Kapitals in bereits bestehende Spot-Bitcoin-ETFs zu investieren – also solche, die direkt den Marktpreis von Bitcoin abbilden – und den Rest für den Verkauf von Optionen einzusetzen.
Wie funktioniert der Verkauf von Optionen eigentlich?
Der Verkauf von Optionen mag kompliziert klingen, aber hier ist eine einfache Erklärung:
- Eine Option ist ein Vertrag, der jemandem das Recht, aber nicht die Pflicht gibt, ein Asset zu einem bestimmten Preis bis zu einem festgelegten Datum zu kaufen oder zu verkaufen.
- Wenn Sie eine Option verkaufen, erhalten Sie eine Gebühr (den sogenannten "Premium") sofort.
- Wenn der Käufer die Option nie ausübt, behalten Sie die Gebühr als Gewinn.
- Falls er sie ausübt, müssen Sie möglicherweise das Asset zum vereinbarten Preis verkaufen oder kaufen – was bedeutet, dass Sie eventuell größere Gewinne verpassen könnten (oder aber größere Verluste vermeiden).
Beim Angebot von Goldman würde der Fonds hauptsächlich sogenannte "gedeckte Calls" verkaufen – eine sicherere Variante, bei der der Fonds bereits das zugrundeliegende Asset (durch Bitcoin-ETFs) besitzt und somit die Verpflichtung erfüllen kann, falls nötig.
Diese Strategie wird bereits im Aktienmarkt eingesetzt. So nutzen einige S&P-500-Einkommens-ETFs Optionen, um Renditen auch in ruhigen Phasen zu steigern. Jetzt will Wall Street diese Idee nun auch für Bitcoin übernehmen.
Warum Goldman – und warum jetzt?
Goldman Sachs springt nicht blind in die Arena. Es folgt BlackRock, das im Januar 2026 einen ähnlichen Bitcoin-Einkommens-ETF angemeldet hatte. Doch es gibt einen Unterschied: Goldmans Version basiert auf einer rechtlichen Struktur in den Britischen Jungferninseln, was ihm hilft, US-Vorschriften zu umgehen, die traditionelle Fonds daran hindern, Rohstoffe wie Bitcoin zu halten.
Laut ETF-Experten könnte diese Struktur Goldman sogar schneller zur Genehmigung verhelfen als BlackRock. Mit über 3,6 Billionen Dollar Vermögen unter Verwaltung signalisiert Goldmans Schritt zunehmendes Vertrauen in Bitcoin als Mainstream-Asset – nicht mehr nur als Spekulationsobjekt.
Dennoch sei erwähnt: Der CEO von Goldman gab kürzlich zu, dass das Unternehmen "sehr wenig" Bitcoin besitzt und sich eher als Beobachter denn als Überzeugter sieht. Dieser ETF geht nicht darum, große Kursrallyes zu gewinnen – sondern um eine entspanntere, ertragsorientierte Teilnahme am Markt.
Was bedeutet das für normale Menschen?
- In Zukunft könnte man bald an einem Bitcoin-gebundenen Investment teilnehmen, das regelmäßige, kleine Einkünfte zahlt – ähnlich wie Dividenden von Aktien – ohne ein Krypto-Wallet oder ein Börsenkonto benötigen zu müssen.
- Diese Fonds sind auf Stabilität ausgelegt, nicht auf Hype-Gewinne. Sie können bei starken Aufwärtsbewegungen hinter dem Kurs von Bitcoin zurückbleiben, bieten aber Schutz bei Rückgängen.
- Je mehr große Banken diesen Weg beschreiten, desto weniger riskant könnte Kryptowährung wirken und desto stärker könnte sie in das klassische Finanzsystem integriert werden.
Wichtige Erkenntnisse
- Goldman Sachs hat einen Bitcoin-Einkommens-ETF angemeldet, der durch den Verkauf von Optionen auf Bitcoin-ETFs Einkünfte generiert.
- Der Fonds würde den Großteil seiner Mittel in bestehende Spot-Bitcoin-ETFs investieren und Optionen nutzen, um zusätzliche Erträge zu erzielen.
- Diese Strategie ist im Aktienmarkt etabliert, aber neu im US-ETF-Umfeld für Bitcoin.
- Regulatorische Unterschiede könnten Goldman ermöglichen, BlackRock bei der Markteinführung zu übertreffen.
- Ziel ist kein riesiger Gewinn – sondern stabiles Einkommen mit eingebautem Zugang zu Bitcoins langfristigem Potenzial.
— Editorial Team