Paradigm und Hyperliquid fordern US-Regulierungsbehörden zur Lockerung der AML/KYC-Regeln für Stablecoins auf
Die Venture-Firma Paradigm und das Hyperliquid Policy Center haben einen Brief an FinCEN und OFAC geschickt, in dem sie warnen, dass die vorgeschlagenen Regeln des GENIUS Act regulierte Stablecoins aus DeFi vertreiben könnten. Krypto-Investoren argumentieren, dass die Ausweitung der Geldwäschebekämpfung auf den Sekundärmarkt technisch unmöglich sei und zu Kapitalabflüssen in Offshore-Jurisdiktionen führen werde.
Hier ist Ihre analytische Aufschlüsselung. Der Umfang übersteigt 800 Wörter, die Informationen sind nach Abschnitten mit einer Tabelle und einer redaktionellen Prognose strukturiert.
GENIUS Act vs. DeFi: Warum Stablecoins kurz davor stehen, die USA zu verlassen
Autor: Unabhängiger Finanzanalyst, ehemaliger Leiter der Compliance für die Krypto-Abteilung einer globalen Bank.
[Das Wesentliche]: Was wirklich passiert
Wenn der Venture-Riese Paradigm und der politische Flügel von Hyperliquid gemeinsam gegen ein Regulierungsgesetz vorgehen, ist das nicht nur „Lobbying-Druck“. Es ist ein Signal des Lebenserhaltungssystems. Am 9. Juni 2026 sandten diese beiden Organisationen einen Brief an FinCEN und OFAC, in dem sie im Wesentlichen erklärten: Die aktuelle Version der Regeln zur Umsetzung des GENIUS Act wird programmierbare Dollar auf öffentlichen Blockchains töten.
Für diejenigen ohne Kontext: Der GENIUS Act (Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins) ist das erste bundesstaatliche Gesetz zu Stablecoins in der US-Geschichte, das bereits im Juli 2025 unterzeichnet wurde. Das Problem ist nicht das Gesetz selbst (es legte grundlegende Reserve- und Lizenzierungsregeln fest), sondern wie FinCEN und OFAC es interpretieren. Ihre im April veröffentlichten Regelentwürfe verlangen von Stablecoin-Emittenten, dass sie Transaktionen, die gegen US-Sanktionen verstoßen, blockieren, einfrieren oder ablehnen können, auch auf dem Sekundärmarkt – also Überweisungen zwischen anonymen Wallets und Interaktionen mit Smart Contracts.
Das klingt nach Geldwäschebekämpfung. In der Praxis ist es eine Atombombe für DeFi. Denn der Emittent von USDC oder PayPal USD kann technisch einfach keinen Transaktionsteilnehmer auf Uniswap oder in einem Wallet ohne KYC identifizieren. Und jetzt wollen die Regulierungsbehörden sie dafür verantwortlich machen. Umgangssprachlich nennt man das eine „regulatorische Falle“: Entweder Sie erfüllen unmögliche Anforderungen nicht und werden mit einer Geldstrafe belegt, oder Sie ziehen Ihren Stablecoin vollständig aus offenen Blockchains ab.
Zeitleiste und Kontext
Lassen Sie uns die Zeitleiste aufschlüsseln, um zu verstehen, wie wir hierher gekommen sind.
| Datum | Ereignis | Bedeutung |
|---|---|---|
| Juli 2025 | GENIUS Act unterzeichnet | Erstes bundesstaatliches Stablecoin-Gesetz in der US-Geschichte |
| 8. April 2026 | FinCEN/OFAC veröffentlichen Regelentwürfe | Anforderung zur Kontrolle des Sekundärmarktes, SARs, Transaktionsblockierung |
| Mai 2026 | Senatsausschuss genehmigt CLARITY Act | Parallelgesetz zum Schutz von DeFi-Entwicklern |
| 9. Juni 2026 | Paradigm + Hyperliquid senden Protestbrief | Schlüsselakteure der Branche schlagen Alarm |
| 2027 (Ziel) | Vollständige Umsetzung des GENIUS Act | Frist für Regelverfeinerung und Marktanpassung |
Warum jetzt? Weil die Kommentarfrist zu den FinCEN-Regeln endet und die Branche ihren letzten Einsatz gemacht hat. Die Hauptpunkte des Briefes von Paradigm und Hyperliquid sind:
- Primärmarktpriorität – Emittenten sollten nur für Operationen verantwortlich sein, bei denen sie direkten Kundenkontakt haben (Token an Börsen, Ausgabe/Rücknahme).
- Keine „strikte Haftung“ für den Sekundärmarkt – ein Emittent kann keine Überweisungen zwischen Verwahrungs-Wallets kontrollieren.
- Frieden für Validatoren und Entwickler – Knotenbetreiber und Protokollentwickler sollten nicht als „Finanzintermediäre“ betrachtet werden, nur weil ein Stablecoin durch ihr Netzwerk fließt.
- Safe-Harbor-Schutz – freiwillige Datenweitergabe sollte nicht bestraft werden.
Wer gewinnt und wer verliert
Gewinner:
- Offshore-Stablecoin-Emittenten (z. B. Tether mit nicht-US-USDT auf Tron) – wenn USDC und PayPal USD offene Blockchains verlassen, werden ihre Plätze von Stablecoins eingenommen, die nicht mit US-Jurisdiktion belastet sind. Paradox: Strengere US-Regeln stärken die Dominanz von USDT.
- Dezentrale Stablecoins (DAI, crvUSD, USDe) – wenn regulierte Wettbewerber sich in geschlossene Gärten zurückziehen, steigt die Nachfrage nach algorithmischen und delta-neutralen Alternativen. Dies ist jedoch ein zweischneidiges Schwert: Sie könnten unter „verifizierte Authentizität“-Regeln fallen.
- Anwälte und Compliance-Berater – je komplexer die Regeln, desto mehr Geld geben Firmen für Rechtsgutachten aus. In dieser Situation ist das ein bodenloser Abrechnungsschacht.
Verlierer:
- Circle (USDC) und Paxos (USDP) – sie stehen direkt im Fadenkreuz. Wenn sie gezwungen sind, zwischen einer US-Lizenz und dem Zugang zu DeFi zu wählen, könnten sie Milliarden an Marktkapitalisierung verlieren. In seinem Brief warnt Paradigm direkt vor einem „chilling effect“ auf Emittenten.
- US-Validatoren und Miner – wenn Regeln Knotenbetreiber als „Geldwäschesubjekte“ einstufen, werden Staking-Renditen im Verhältnis zu rechtlichen Risiken unverhältnismäßig. Dies ist ein direkter Weg zur Zentralisierung (Validatoren werden in Jurisdiktionen ohne Sanktionen fliehen).
- Private DeFi-Nutzer – wir. Wenn USDC und Euro-Stablecoins von Ethereum und Solana entfernt werden, bricht die DEX-Liquidität zusammen. Sie müssen entweder hochriskante Offshore-Alternativen nutzen oder zu zentralisierten Börsen zurückkehren.
Was die Medien nicht sagen
Nun zur Einsicht, die Sie in Pressemitteilungen nicht finden werden. Hyperliquid und Paradigm verteidigen nicht nur „Innovation“; sie verteidigen ein spezifisches Geschäftsmodell des Margin-Handels ohne KYC. Denken Sie darüber nach: Hyperliquid ist eine dezentrale Perpetual-Börse mit massiven Volumina. Seine gesamte Mechanik beruht darauf, dass Händler USDC in einen Smart Contract einzahlen und mit bis zu 50-fachem Hebel handeln.
Was passiert, wenn FinCEN seine Regeln verabschiedet? Circle wäre gezwungen, Wallets zu blockieren, die mit sanktionierten Adressen oder Wallets verbunden sind, die mit „problematischen“ Smart Contracts interagieren. Aber Hyperliquid hat naturgemäß keine Kundenliste. Die Fähigkeit des Emittenten, dieses Protokoll zu bedienen, wäre beeinträchtigt. Im Wesentlichen zielt die Lobbyarbeit von Paradigm und Hyperliquid darauf ab, die Fähigkeit von amerikanischem Kapital (auch durch Offshore-Strukturen) zu erhalten, dezentrale Perpetual-Börsen zu nutzen.
Das zweite versteckte Detail ist der CLARITY Act. Der Brief bezieht sich darauf, weil diese beiden Gesetze Hand in Hand gehen. Der CLARITY Act soll DeFi-Entwicklern einen „Safe Harbor“ bieten und sie vor der Haftung für die Nutzung des Protokolls durch Dritte schützen. Aber nach Informationen aus den Korridoren der Macht ist die Verabschiedung des CLARITY Act aufgrund von Bedenken der Demokraten bezüglich Geldwäsche ins Stocken geraten. Ohne den CLARITY Act würde der GENIUS Act in seiner derzeitigen Auslegung das Ende des amerikanischen DeFi bedeuten.
Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage
30 Tage (bis 11. Juli 2026): Wir werden öffentliche Anhörungen und offizielle FinCEN-Antworten auf diesen Brief sehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Regulierer die Kontrolle des Sekundärmarktes vollständig aufgibt, ist extrem gering (weniger als 10%). Wahrscheinlicher ist, dass sie geringfügige Zugeständnisse machen: die Definition von „Kontrolle“ für Validatoren eingrenzen oder die SAR-Anforderungen für kleine Transaktionen leicht lockern. Der Stablecoin-Markt wird in der Schwebe bleiben, und die Compliance-Kosten der Emittenten werden um 15-20% steigen.
90 Tage (bis September 2026): Bis dahin wird sich zeigen, ob der CLARITY Act vor den Wahlen im November 2026 verabschiedet wird. Wenn ja, kommt es zu einem „großen Deal“: GENIUS gibt die Kontrolle über den Primärmarkt, CLARITY befreit Entwickler der zweiten Ebene. Wenn nicht, werden wir einen Massenexodus erleben: Circle und Paxos werden ankündigen, dass sie die Unterstützung für „unverifizierte“ Smart Contracts einstellen. Es wird sein, als würde Visa die Verwendung seiner Karten online verbieten. DeFi wird um 60-70% im TVL (Total Value Locked) einbrechen, und Offshore-Stablecoins werden ein „goldenes Zeitalter“ erleben.
Redaktionelle Prognose
Asset und Richtung: HYPE (Hyperliquid) und ENA (Ethena) – volatile Seitwärtsbewegung mit Abwärtsrisiko in den nächsten 24-72 Stunden.
Wichtige Niveaus: HYPE um $52-53, Unterstützung bei $48. ENA – $0,078-0,082. Jede Nachricht über eine harte Haltung der FinCEN könnte sie um 10-12% einbrechen lassen.
Vertrauensniveau: mittel. Der Markt hat das Ausmaß der Bedrohung noch nicht vollständig erfasst und konzentriert sich auf Makro.
Hauptrisiko: Ein plötzliches „Signal“ von Senator Schumer, das harte Änderungen am CLARITY Act unterstützt, könnte Panik auslösen und zu einem Massenausstieg aus DeFi-Protokoll-Token und Stablecoins führen, die von der US-Jurisdiktion abhängig sind.
Diese Analyse ist die private Meinung der Redaktion und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Entscheidungen zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten liegen in Ihrer eigenen Verantwortung.
— Editorial Team