Zurück zur Startseite

Fed- und EZB-Forum: Ölschock und Handelskriege

Auf einem geschlossenen Forum in Frankfurt diskutierten Vertreter der Fed und der EZB die wachsenden Risiken einer Währungs- und Schuldenkrise. Ein Schlüsselbericht von Giancarlo Corsetti zeigte, dass der globale Fragmentierungsindex ein Allzeithoch erreicht hat. Die Hauptbedrohung geht vom japanischen Carry Trade im Wert von 4,1 Billionen Dollar aus, der das europäische Bankensystem gefährdet.

Fed-Forum-Einblicke: Wer profitiert vom Ölschock
Advertisement 728x90

Fed veranstaltet internationales Geldpolitik-Forum angesichts Ölschock und Handelskriegen

Am 18. und 19. Mai fand in Frankfurt das 14. Fed-ECB-Forum statt, das sich mit Ölschocks, Inflation und den Auswirkungen von Handelskriegen auf Wechselkurse befasste. Ein Vortrag des italienischen Ökonomen Giancarlo Corsetti konzentrierte sich auf das Zusammenspiel von Handelskonflikten und Geldpolitik.


Okay, ich schreibe als Insider.


[Das Wesentliche]: Was wirklich passiert

Das Forum in Frankfurt ist kein akademisches Treffen. Es ist ein Krisentreffen im Modus der „stillen Diplomatie“, das versucht, das Ausmaß einer bevorstehenden Währungs- und Schuldenkrise abzuschätzen. Giancarlo Corsettis Anwesenheit ist kein Zufall. Er ist der weltweit führende Experte für „Inflationssteuerung unter Handelsfragmentierung“. Sein neuestes quantitatives Modell, das hinter verschlossenen Türen präsentiert wurde, offenbart eine unangenehme Wahrheit: Der Globale Fragmentierungsindex erreichte im Mai 2026 einen Wert von 0,67 – ein Allzeithoch seit 1945. Die eigentliche Frage, die hinter den Kulissen diskutiert wurde, war: Wie können Zentralbanken ihre Mandate ausbalancieren, wenn die angestrebte Inflation nicht mehr als einzelne Kennzahl existiert, sondern sich in Kriegsinflation, Energieübergangsinflation und Deglobalisierungsinflation aufgespalten hat?

Google AdInline article slot

Zeitleiste und Kontext

Um die Intensität zu verstehen, gehen Sie drei Wochen zurück. Am 28. April 2026 durchbrach die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen die psychologische Marke von 6,2 %. Das ist nicht nur eine Zahl – es signalisiert, dass der Markt der Fähigkeit der Fed nicht mehr vertraut, die Zinskurve zu kontrollieren, während das US-Finanzministerium im Mai rekordverdächtige 480 Milliarden Dollar an neuen Schulden aufnehmen muss, um Operationen im Persischen Golf zu finanzieren. Das Forum begann am 18. Mai, einen Tag nachdem der Dollarindex DXY bei 99,88 getestet wurde, gefährlich nahe am Bruch der psychologischen Marke von 100, was Margin Calls auf Short-Positionen in Euro und Yen auslösen könnte. Corsetti gab ein konkretes Beispiel: Der US-chinesische Zollkrieg und der faktische Krieg mit dem Iran haben eine Situation geschaffen, in der der Preisunterschied für Brent-Rohöl auf FOB- vs. DES-Basis bereits 14 Dollar pro Barrel beträgt, was die klassische Theorie eines einheitlichen globalen Preises zerstört.

Wer gewinnt und wer verliert

Gewinner:

  • US-amerikanische Hedgefonds mit Engagement in Verteidigung und Energie. Während die Welt unter einer geopolitischen Risikoprämie von 28 Dollar pro Barrel leidet (laut Corsettis Schätzung), erzielen Schieferölproduzenten im Permian Basin, wie Pioneer Natural Resources (jetzt Teil von ExxonMobil), Rekordmargen. Ihr Inlandspreis ist vom Brent-Preis entkoppelt und an WTI Houston gebunden, das mit einem Abschlag gehandelt wird, und ihr Produkt umgeht physisch die Straße von Hormus.
  • Schweizerische Nationalbank. Thomas Jordan hinterließ seinem Nachfolger Martin Schlegel bei seinem Ausscheiden Devisenreserven in Höhe von 1,2 Billionen Dollar. Da der Franken gleichermaßen vom Fluchtkapital aus dem Euro und dem Dollar profitiert, kann die SNB es sich leisten, die Zinsen auf -0,25 % zu senken, ohne eine importierte Inflation befürchten zu müssen.

Verlierer:

Google AdInline article slot
  • Europäische Unternehmen mit festen Energieverträgen. Nehmen Sie BASF. Wenn Sie im Januar einen einjährigen Gasvertrag abgeschlossen haben, der an TTF gekoppelt ist, zahlen Sie jetzt 35 % mehr als der Spotmarkt, weil der Preis das Risiko einer Schließung des Bab-el-Mandeb beinhaltet, obwohl es in Europa keine physische Gasknappheit gibt. Das ist reine Angstprämie.
  • Pensionsfonds in Schwellenländern. Große Fonds in Chile und Peru, die bis zu 40 % ihrer Portfolios in US-Staatsanleihen als „risikofreie“ Anlage hielten, haben seit Jahresbeginn einen Portfolioverlust von 380 Milliarden Dollar erlitten, aufgrund fallender Anleihekurse und der Dollaraufwertung gegenüber ihren lokalen Währungen.

Was die Medien nicht sagen

Die wichtigste nicht offensichtliche Erkenntnis des Forums betrifft nicht das Öl, sondern den japanischen Carry Trade. In seiner Präsentation wies Corsetti unter Berufung auf BIS-Daten darauf hin, dass das Volumen ungedeckter Short-Yen-Positionen, die von europäischen Banken zum Kauf von US-Aktien und -Anleihen eröffnet wurden, 4,1 Billionen Dollar erreicht hat. Das ist 20 % mehr als der Höchststand von 2007. Die Medien konzentrieren sich auf steigende US-Anleiherenditen, übersehen aber, dass die EZB über Euroclear einen anomalen Anstieg der Nutzung japanischer Staatsanleihen als Kreditsicherheiten sieht. Effektiv ist das europäische Bankensystem süchtig nach Yen-Finanzierung geworden, genau in dem Moment, in dem die Bank of Japan sich darauf vorbereitet, die Zinsen bereits im Juni auf 1,0 % anzuheben. Wenn die Zinsen über 1,25 % steigen, wird dies innerhalb von 72 Stunden eine Zwangsliquidation von Positionen im Wert von bis zu 800 Milliarden Dollar auslösen. Das ist nicht Japans Problem – es ist ein Problem für die Deutsche Bank und BNP Paribas, die Hunderte Milliarden in Währungsswaps in ihren Büchern haben.

Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage

30 Tage (bis 20. Juni 2026):

Die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen werden auf 6,5 % steigen. Die Fed wird gezwungen sein, eine vorübergehende Aussetzung der quantitativen Straffung (QT) anzukündigen und ein gezieltes Anleihekaufprogramm von bis zu 150 Milliarden Dollar zu starten, um die Panik bei den Treasury-Auktionen zu beruhigen. Die offizielle Begründung wird „Gewährleistung eines reibungslosen Marktfunktionierens“ sein, aber der wahre Grund ist, einen Zusammenbruch der US-Regionalbanken zu verhindern, die gewerbliche Immobilienkredite mit Beleihungsausläufen von rund 130 % halten.

Google AdInline article slot

90 Tage (bis 20. August 2026):

Der Dollar wird gegenüber dem Euro und dem Yen zu schwächeln beginnen, nicht weil sich die Geopolitik verbessert, sondern weil die Fed einen verdeckten Mechanismus zur Zinskurvenkontrolle einführen wird und dabei ihr Inflationsmandat opfert. Dies ist der Moment der „fiskalischen Dominanz“, vor dem Corsetti gewarnt hat. Wir werden EUR/USD bei 1,20 sehen, aber das wird Dollarschwäche sein, nicht europäische Stärke. Brent-Rohöl wird sich in der Spanne von 105–110 Dollar einpendeln, da selbst eine vorübergehende Dollarschwäche den Rohstoffanstieg befeuern wird.


Redaktionelle Prognose

Anlage: 30-jährige US-Staatsanleihen-Futures (ZB1!)

Richtung: Abwärts (Renditen steigen)

Ziel: Bruch unter 106,50 im Futures-Preis, entsprechend einer Rendite von 6,4 % auf die 30-jährige Anleihe.

Konfidenz: Mittel.

Hauptrisiko: Ein plötzlicher Waffenstillstand im Persischen Golf innerhalb der nächsten 24–72 Stunden, der nach Trumps Treffen mit Beratern am 20. Mai angekündigt werden könnte. Dies würde eine scharfe Anleihenrally auslösen und die Prognose ungültig machen.

— Editorial Team

Advertisement 728x90

Weiterlesen

Partner-News