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US-Inflation 3,8 %: Kritik an der Fed wegen Untätigkeit

Die jährliche US-Inflation beschleunigte sich auf 3,8 %, und der Kern-Erzeugerpreisindex stieg um 6 %. Ökonomen führen den Anstieg nicht nur auf die iranische Krise zurück, sondern auch auf systemische Fehler der Fed, die die Gesamtnachfrage ankurbelten. Der Artikel analysiert die versteckte Krise auf dem TIPS-Markt, strukturelle Inflation aufgrund der Abschiebung von Migranten und prognostiziert eine Zinserhöhung auf 5,75 %, gefolgt von Stagflation.

Warum 3,8 % Inflation ein Urteil für das Fed-Modell ist
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US-Inflation steigt auf 3,8 %, Fed wegen Untätigkeit bei steigenden Ausgaben kritisiert

Die jährliche US-Inflation erreichte im April 3,8 %, während der Erzeugerpreisindex (Kernrate) um 6 % stieg; Ökonomen kritisierten den ehemaligen Fed-Vorsitzenden Powell dafür, dass er die übermäßige Gesamtnachfrage als Ursache der Inflation ignorierte, anstatt nur den Ölpreisschock zu betrachten.


Hier ist eine Analyse aus Insider-Perspektive, die zeigt, wie makroökonomische Zahlen zu einer politischen Krise werden und dass die aktuelle Inflation nicht nur Statistik ist, sondern ein Urteil über ein gesamtes Wirtschaftsmodell.


[Das Wesentliche]: Was wirklich passiert

Die am 18. Mai veröffentlichten Inflationsdaten – 3,8 % Jahresrate und ein Anstieg des Kern-Erzeugerpreisindex um 6 % – sind nicht nur eine Verfehlung der Prognosen. Es ist der Moment der Abrechnung für einen systemischen Fehler, den die Federal Reserve bereits im Juni 2024 beging, als der damalige Vorsitzende Jerome Powell unter dem Druck des Wahljahres einen Zinssenkungszyklus einleitete. Damals wurde der Leitzins in drei Sitzungen von 5,5 % auf 4,75 % gesenkt, gerechtfertigt mit der Annäherung an eine „sanfte Landung“. Die Realität sah anders aus: Die Gesamtnachfrage, angeheizt durch fiskalische Injektionen von 1,8 Billionen US-Dollar der Biden-Regierung für Infrastrukturprojekte und grüne Energie, war nie verschwunden. Stattdessen lag sie latent bereit, beim ersten externen Schock zu explodieren. Dieser Schock war die Iran-Krise und die Blockade der Straße von Hormus, die die Energiepreise in die Höhe trieb. Aber Öl ist nur ein Auslöser, nicht die Ursache. Die Ursache ist, dass die Geldmenge M2, die 2023 schrumpfte, ab Februar 2025 wieder zu wachsen begann und nun 21,3 Billionen US-Dollar erreicht hat – 800 Milliarden mehr als vor einem Jahr. Die Fed versuchte, diese Liquidität durch Reverse-Repos zu sterilisieren, aber dieser Mechanismus ist erschöpft: Das Volumen der Operationen ist von einem Höchststand von 2,5 Billionen auf heute 340 Milliarden US-Dollar gefallen. Das bedeutet, dass überschüssiges Geld die Rohstoffmärkte und den Dienstleistungssektor überschwemmt hat und eine Inflationsspirale in Gang setzt, die durch Zinserhöhungen nicht mehr gestoppt werden kann.

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Zeitstrahl und Kontext

Die Kritik an Powell, die nun die Seiten der Wirtschaftspresse füllt, braute sich schon lange zusammen. Bereits am 10. März 2026 präsentierte der Ökonom David Blanchflower auf einem geschlossenen Seminar der Federal Reserve Bank of Dallas einen Bericht, der zeigte, dass der Nachfragefaktor zu 58 % zur aktuellen Inflation beitrug, während der Angebotsschock nur 28 % ausmachte. Die restlichen 14 % entfielen auf Abwertungserwartungen. Powell, der bereits aus dem Amt ausgeschieden war und die Zügel an Christopher Waller übergeben hatte, wies diese Berechnungen öffentlich zurück. Die April-Zahlen jedoch bestätigten die Kritiker. Am 15. Mai verzeichnete das Bureau of Labor Statistics einen Anstieg der Preise für Nicht-Energie-Dienstleistungen um 4,9 % im Jahresvergleich – der höchste seit September 2023. Die Wohnkosten, gemessen am Shelter-Index, stiegen um 5,2 %. Die Mieten für Einzimmerwohnungen in Phoenix stiegen im Jahresvergleich um 14 %. Am 17. Mai zeigte der Erzeugerpreisindex einen Anstieg um 6 % – den stärksten Sprung seit 2022, wobei 40 % dieses Anstiegs nicht auf Energie, sondern auf Vorleistungsgüter entfielen: Verpackung, Logistik, Chemie. Am 19. Mai befand sich die Fed in einer Falle: Sie muss die Zinsen erhöhen, aber das würde den Bankensektor töten, der 680 Milliarden US-Dollar an Gewerbeimmobilien in seinen Bilanzen hält – Vermögenswerte, die seit ihrem Höchststand 30 % an Wert verloren haben.

Wer gewinnt und wer verliert

Gewinner:

  • Inhaber von Sachwerten. Gold erreichte am 19. Mai 2.840 US-Dollar pro Feinunze, ein Plus von 11 % seit Jahresbeginn. Silber stieg auf 38 US-Dollar pro Unze. Anleger, die im Januar Gold-ETFs kauften, haben in fünf Monaten eine Rendite von 18 % erzielt.
  • Große Unternehmenskreditnehmer mit festen Zinssätzen. Apple, das im Januar 2026 10 Milliarden US-Dollar in 10-jährigen Anleihen zu 4,9 % emittierte, wirkt jetzt wie ein Genie der Unternehmensfinanzierung: Das gleiche Papier würde das Unternehmen heute 6,2 % kosten, was jährliche Zinszahlungen von 130 Millionen US-Dollar einspart.
  • US-Schieferölexporteure. WTI bei 107 US-Dollar pro Barrel bei Produktionskosten von 38 US-Dollar im Permian Basin bedeutet eine operative Marge von 181 %. Das ist das Beste in der Geschichte des Sektors.

Verlierer:

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  • Pensionsfonds, die in langfristige Staatsanleihen investiert sind. Das California State Teachers‘ Retirement System (CalSTRS) mit einem Portfolio von 320 Milliarden US-Dollar verlor 18 Milliarden US-Dollar durch die Neubewertung von Anleihen, da die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen auf 4,95 % stieg.
  • Kleine Unternehmen. Der Zinssatz für SBA-Darlehen für kleine Unternehmen hat 11,3 % erreicht. Etwa 35.000 Restaurants und Einzelhandelsgeschäfte stehen in den nächsten 60 Tagen vor der Schließung.
  • Kreditnehmer mit variablen Hypothekenzinsen. Der Zinssatz für eine 30-jährige Hypothek mit variablem Zinssatz hat 8,2 % erreicht, was die monatliche Zahlung für ein Darlehen von 400.000 US-Dollar im Vergleich zum März 2025 um 740 US-Dollar erhöht.

Was die Medien nicht sagen

Die erste und gefährlichste nicht offensichtliche Erkenntnis: Die Beschleunigung der Inflation auf 3,8 % hat eine versteckte Krise auf dem Markt für inflationsgeschützte Staatsanleihen (TIPS) ausgelöst. Ihr Nominalvolumen beträgt 2,1 Billionen US-Dollar, und für jeden Prozentpunkt Inflation über der Prognose muss das US-Finanzministerium den Inhabern etwa 21 Milliarden US-Dollar pro Jahr zahlen. Das US-Haushaltsdefizit beträgt bereits 2,4 Billionen US-Dollar, und die ungeplante Schuldendienstlast könnte bis Jahresende 48 Milliarden US-Dollar erreichen – das entspricht dem Budget des Pentagons für zwei Monate. Das Finanzministerium hat bereits geheime Konsultationen mit Primärhändlern über die Möglichkeit einer Aussetzung der Indexierung aufgenommen – ein Schritt, der technisch einer teilweisen Zahlungsunfähigkeit gleichkommt.

Die zweite wenig beachtete Tatsache: Der Anstieg der Erzeugerpreise um 6 % ist nicht zuletzt auf die Massenabschiebung von Wanderarbeitern zurückzuführen, die die Trump-Regierung ab Januar 2026 beschleunigte, und nicht auf die Iran-Krise. Laut dem Landwirtschaftsministerium hat der Arbeitskräftemangel in Kalifornien 110.000 Menschen erreicht. Erdbeer- und Salaternten verrotten auf den Feldern, und die Preise für frisches Gemüse sind innerhalb eines Monats um 19 % gestiegen. Dies ist eine strukturelle angebotsseitige Inflation, die die Geldpolitik nicht beheben kann – aber der Kongress blockiert jeden Versuch, die Einwanderungspolitik zu lockern.

Drittens: Der Fed wird Untätigkeit vorgeworfen, aber in Wirklichkeit handelt sie – nur mit verdeckten Methoden. Über die Standing Repo Facility pumpt Waller wöchentlich bis zu 100 Milliarden US-Dollar in ausgewählte Banken und subventioniert damit effektiv die größten Finanzinstitute unter dem Deckmantel der Liquiditätsunterstützung. JPMorgan Chase erhielt 28 Milliarden US-Dollar zu einem Zinssatz von 5,1 %, während kleine Unternehmen zu 11,3 % Kredite aufnehmen. Dies ist eine versteckte Form der quantitativen Lockerung, die die Ungleichheit verschärft und die Vermögensinflation anheizt.

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Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage

30 Tage (bis 18. Juni 2026):

Die Fed steht vor einer unmöglichen Wahl. Auf der Sitzung vom 10. bis 11. Juni wird Waller gezwungen sein, die Zinsen um 50 Basispunkte auf 5,75 % zu erhöhen, trotz Protesten des Finanzministeriums und des Weißen Hauses. Dies wird einen Börsencrash auslösen: Der S&P 500 wird mindestens 8 % verlieren, der Nasdaq 12 %. Technologiegiganten werden besonders hart getroffen: Apple wird 280 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung verlieren, Microsoft 190 Milliarden. Der VIX-Volatilitätsindex wird auf 45 Punkte steigen. Die Trump-Regierung wird dringend einen Stopp der TIPS-Indexierung ankündigen, was Panik am Anleihemarkt auslöst. Die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen wird 5,5 % übersteigen. Die Inflationserwartungen, gemessen am 5-Jahres-Forward-Swap, werden 3,2 % erreichen.

90 Tage (bis 17. August 2026):

Bis Mitte August wird die US-Wirtschaft in eine stagflationäre Spirale geraten. Das BIP-Wachstum im dritten Quartal wird auf 0,3 % sinken, während die Inflation bei 3,5-3,7 % bleibt. Die Fed wird gelähmt sein: Weitere Zinserhöhungen riskieren eine Bankenkrise, während Zinssenkungen eine Hyperinflation riskieren. Gold wird 3.100 US-Dollar pro Feinunze erreichen, Bitcoin 115.000 US-Dollar, da Anleger vor dollar-denominierten Vermögenswerten fliehen. Der Dollar wird auf Parität zum Euro (1,00) schwächen und unter 100 Yen fallen. Das Hauptrisiko: Massenausfälle bei Junk-Bonds, deren Volumen 1,8 Billionen US-Dollar erreicht hat. Mindestens 15 große Einzelhändler und 7 Regionalbanken stehen am Rande der Insolvenz. Das Finanzministerium unter Scott Bessent wird gezwungen sein, den Kongress um eine Notaufstockung der Schuldenobergrenze um 3 Billionen US-Dollar zu bitten, was eine schwere politische Krise vor den Zwischenwahlen auslöst. Amerika wird in eine Ära eintreten, in der sich die Inflation von einer vorübergehenden Unannehmlichkeit zu einer chronischen Krankheit entwickelt hat und die Instrumente zu ihrer Behandlung erschöpft sind.

— Editorial Team

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