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Gazprom Neft und MTS Floater: Zentralbank-Arbitrage und Risiken 2026

Gazprom Neft platzierte einen Floater im Wert von 100 Milliarden Rubel mit einem Spread von 100 Basispunkten, und MTS platzierte eine 12-jährige Emission im Wert von 40 Milliarden Rubel. Der eigentliche Mechanismus ist die Arbitrage zwischen dem Zentralbank-REPO-Satz und der Rendite der Wertpapiere, die es Banken ermöglicht, risikolos zu verdienen. Der Spread verengte sich nicht aufgrund der Nachfrage, sondern aufgrund der Einschränkung der Kreditvergabe der Banken, was die Emittenten auf den öffentlichen Markt drängte.

Gazprom Neft und MTS Floater: Zentralbank-Arbitrage
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Gazprom Neft und MTS platzieren Unternehmensfloater im Wert von Hunderten Milliarden Rubel

Gazprom Neft hat die Platzierung von dreijährigen Anleihen im Wert von 100 Milliarden Rubel mit einem Spread von 100 Basispunkten zum Leitzins abgeschlossen. MTS platzierte einen 12-jährigen Floater über 40 Milliarden Rubel und beginnt mit der Platzierung weiterer 20 Milliarden Rubel.


[Das Wesentliche]: Was wirklich passiert

Der Markt interpretiert die Floater-Platzierungen von Gazprom Neft und MTS fälschlicherweise als „erfolgreiche Kapitalbeschaffung bei hoher Nachfrage“. In Wirklichkeit handelt es sich um eine erzwungene Substitution von Bankkrediten durch öffentliche Schuldtitel angesichts des Liquiditätsentzugs durch die Zentralbank der Russischen Föderation (ZBR).

Zahlen, die das Bild verändern: Allein seit Januar 2026 hat Gazprom Neft fünf Floater-Emissionen mit einem Gesamtvolumen von rund 425 Milliarden Rubel platziert. MTS ist zum ersten Mal mit einem 12-jährigen Floater an den Markt gekommen – das ist Unsinn für einen Markt, in dem selbst staatliche OFZ-Anleihen mit einer Laufzeit von mehr als 10 Jahren nicht gefragt sind.

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Das entscheidende Signal, das ignoriert wird: Der Spread von Gazprom Neft hat sich von 170 Basispunkten im März auf 100 Basispunkte im Mai verengt. Dies ist kein Zeichen von „Investorenliebe“, sondern eine Folge davon, dass große Banken (Sberbank, VTB, Gazprombank) keine Kredite mehr an erstklassige Emittenten vergeben und diese mit einem einzigen Underwriter – der Gazprombank – auf den öffentlichen Markt drängen.

Zeitplan und Kontext

März 2026: Gazprom Neft platziert einen Floater über 50 Milliarden Rubel mit einem Spread von 150 Basispunkten zum Leitzins.

April 2026: Die nächste Emission – 100 Milliarden Rubel, der Spread bleibt bei 150 Basispunkten.

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5. Mai 2026: Gazprom Neft platziert einen Floater über 87 Milliarden Rubel mit einem Spread von 150 Basispunkten.

18.–22. Mai 2026: MTS erhält die Registrierung für die Emissionsserie 003R-02. Gazprom Neft registriert die Emission 005R-08R unter der Nummer 4B02-08-00146-A-004R.

26. Mai 2026: MTS sammelt Gebote. Die Überzeichnung ermöglicht eine Erhöhung des Volumens von ursprünglich 10 Milliarden auf 40 Milliarden Rubel und eine Reduzierung des Spreads von 200 auf 150 Basispunkte. Die Agenturen Expert RA, NCR und ACRA bewerten die Emission mit ruAAA.

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27. Mai 2026: Die Ratingagentur Expert RA bewertet die Anleihen von Gazprom Neft der Serie 005R-08R offiziell mit ruAAA.

28. Mai 2026 (gestern): Gazprom Neft schließt die Platzierung von 100 Milliarden Rubel mit einem Spread von 100 Basispunkten ab – dem niedrigsten in der Geschichte seiner Floater. MTS platziert ebenfalls 40 Milliarden und kündigt den Beginn der Platzierung weiterer 20 Milliarden an [Nachricht].

29. Mai 2026 (heute): Die Nachricht wird in den Medien veröffentlicht.

Wichtiger Kontext, der verschwiegen wird: Gazprom Neft hat im Jahr 2026 fast 425 Milliarden Rubel an Floatem platziert. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 nahm das Unternehmen rund 300 Milliarden Rubel über Floater auf. Eine solche Beschleunigung ist ein klares Zeichen dafür, dass die Kreditvergabe der Banken nachgelassen hat und der operative Cash-Zyklus Liquidität erfordert.

Wer gewinnt und wer verliert

Gewinner:

  • Die Gazprombank als alleiniger Underwriter der Emissionen von Gazprom Neft. Während andere Banken ihre Kreditvergabe reduzieren, verdient die Gazprombank Provisionen für die Organisation jeder Platzierung und platziert die Wertpapiere gleichzeitig in ihren Portfolios.
  • Große institutionelle Anleger (Pensionsfonds, Versicherungen), die nur in Wertpapiere mit einem Rating von mindestens ruAAA investieren dürfen. Sie haben keine andere Wahl, als diese Floater zu kaufen, selbst wenn der Spread auf 100 Basispunkte sinkt.
  • MTS, das seine Schulden auf 12 Jahre verlängert hat – eine Seltenheit für den russischen Markt. Das Unternehmen ersetzt teure kurzfristige Kredite durch günstigere langfristige Finanzierungen und senkt so seine Zinsaufwendungen.

Verlierer:

  • Privatanleger, die diese Floater am Sekundärmarkt kaufen. Bei einem Spread von 100 Basispunkten und einem aktuellen Leitzins von 16% beträgt der Kupon 17%. Doch nach der erwarteten Zinssenkung der ZBR auf 13% bis Ende 2026 sinkt der Kupon auf 14% – unter die Inflation (5,33% annualisiert, aber die reale Inflation für Verbraucher ist höher).
  • Kleine und mittlere Banken, die sich nicht an Platzierungen dieser Größenordnung beteiligen können. Sie verlieren Marktanteile, da die größten Kreditnehmer auf den öffentlichen Markt abwandern.
  • Das Finanzministerium der Russischen Föderation, das im zweiten Quartal 1,5 Billionen Rubel über OFZ-Anleihen aufnehmen muss. Wenn Gazprom Neft und MTS dem Markt Liquidität entziehen, muss das Finanzministerium höhere Zinsen auf seine Wertpapiere bieten.

Was die Medien nicht sagen

Nicht offensichtliche Erkenntnis: Der Spread von Gazprom Neft von 100 Basispunkten ist eine Kopie des Satzes, zu dem die ZBR Banken über REPO-Geschäfte Kredite gewährt. Das bedeutet, dass der Markt kein Kreditrisiko mehr bewertet – er spiegelt lediglich den regulatorischen Satz wider.

Details: Der aktuelle Leitzins der ZBR beträgt 16% (voraussichtliche Senkung auf 15,5–16% auf der Sitzung am 19. Juni und auf 13% bis Jahresende). Ein Spread von 100 Basispunkten bedeutet eine endgültige Rendite von 17% jetzt. Aber die Bank von Russland stellt Banken Liquidität gegen Wertpapiere zu einem Satz von „Leitzins + 0–25 Basispunkte“ (je nach Sicherheit) zur Verfügung. Das heißt, die größten Banken können sich bei der ZBR zu 16–16,25% leihen und dann den Floater von Gazprom Neft zu 17% kaufen, wobei sie 75–100 Basispunkte Spread bei praktisch keinem Risiko verdienen.

Dies ist eine Arbitrage zwischen ZBR und Großbanken, getarnt als Marktplatzierung. Die Medien verschweigen, dass diese Arbitrage nur möglich ist, weil die ZBR den Banken weiterhin über REPO-Geschäfte Liquidität zuführt (Korrespondenzkontensalden betragen 5,2 Billionen Rubel, laut einer anderen Nachricht vom 28. Mai).

Was noch verborgen bleibt: MTS hat einen 12-jährigen Floater mit einer Put-Option nach 3 Jahren platziert. Dies ist eine legale Struktur, die es dem Unternehmen ermöglicht, sich faktisch für 3 Jahre Geld zu leihen (da die Anleger die Put-Option mit ziemlicher Sicherheit ausüben werden), aber den Aktionären gegenüber von „langfristigem Geld“ zu berichten. Alexander Smirnow, Direktor der Abteilung Unternehmensfinanzierung bei MTS, nannte dies in einer offiziellen Erklärung „Erhöhung der Laufzeit des Schuldenportfolios“ – in Wirklichkeit bleibt die Laufzeit gleich.

Ebenfalls unerwähnt bleibt, dass Gazprom Neft sein Netto-Schulden/EBITDA von 0,78x auf 0,93x im Jahr 2025 erhöht hat. Der Grund sind Investitionsausgaben für Projekte, die keine schnellen Renditen abwerfen. Dies ist immer noch ein komfortables Niveau, aber der Trend ist alarmierend: Wenn das EBITDA nicht wächst, könnte die Schuldenlast in einem Jahr 1,0x übersteigen – eine kritische Schwelle für Ölunternehmen bei niedrigen Ölpreisen.

Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage

Nächste 30 Tage (bis 29. Juni 2026):

  • Schlüsseldatum: 19. Juni – ZBR-Zinssitzung. Eine Senkung um 50 Basispunkte auf 15,5% wird erwartet. Dies wird die Kupons aller Floater automatisch reduzieren, einschließlich der neuen Emissionen von Gazprom Neft und MTS.
  • Die Spreads bei Neuplatzierungen könnten sich weiter verengen – auf 80–90 Basispunkte für ruAAA-Emittenten. Grund: Die Banken werden die ZBR-Arbitrage fortsetzen, und der Wettbewerb um „freie Liquidität“ wird sich verschärfen.
  • Risiko: Wenn die Inflation nicht nachlässt (die Jahresrate liegt derzeit bei 5,33%), könnte die ZBR den Leitzins im Juni nicht senken. In diesem Fall würden sich die Spreads bei Floatem wieder auf 120–130 Basispunkte ausweiten, und der Sekundärmarkt für diese Emissionen würde um 2–3% fallen.

Nächste 90 Tage (bis 29. August 2026):

  • Gazprom Neft wird wahrscheinlich eine weitere Floater-Platzierung über 50–100 Milliarden Rubel durchführen, um den Liquiditätsbedarf bis zum Jahresende zu decken. Das Gesamtvolumen seiner Floater im Jahr 2026 könnte 600 Milliarden Rubel übersteigen.
  • MTS wird die versprochenen 20 Milliarden Rubel einer neuen Emission platzieren [Nachricht]. Der Spread wird wahrscheinlich 140–150 Basispunkte betragen – ähnlich wie bei der ersten Tranche.
  • Die Zinssätze für neue Floater werden mit dem Leitzins fallen. Wenn die ZBR den Leitzins bis Jahresende auf 13% senkt (PSB-Prognose), werden die Kupons der Floater von Gazprom Neft auf 14% fallen – was sie für Privatanleger, die an Renditen von 17–20% gewöhnt sind, weniger attraktiv macht.
  • Hauptrisiko: Wenn das Finanzministerium sein Kreditaufnahmeprogramm über OFZ-Anleihen aufstockt (aktueller Q2-Plan: 1,5 Billionen Rubel), wird dies dem Markt Liquidität entziehen. Das Finanzministerium liegt bereits 22% über dem Plan, nachdem es 1,27 Billionen von 1,5 Billionen platziert hat. Zusätzliche OFZ-Platzierungen könnten den Markt „austrocknen“, und neue Floater-Emissionen werden zu schlechteren Konditionen platziert.

Redaktionelle Prognose

Anlage: Anleihen von Gazprom Neft Serie 005R-08R (ISIN: RU000A10F8V7) – seitwärts mit Abwärtstrend in den nächsten 48–72 Stunden. Nach den Nachrichten über die Rekordplatzierung sind kurzfristige Überkauft-Situationen am Sekundärmarkt möglich, die jedoch schnell abklingen werden. Das entscheidende Renditeniveau liegt bei 17% pro Jahr (entsprechend dem aktuellen Leitzins von 16% + Spread von 100 Basispunkten). Konfidenzniveau: hoch (75%). Hauptrisiko: Wenn vor dem 19. Juni Signale auftauchen, dass die ZBR den Leitzins nicht senken wird (z. B. beschleunigte Inflation), könnte die Rendite der Floater aus spekulativen Gründen an einem Tag um 20–30 Basispunkte steigen. Die redaktionelle Meinung ist keine Anlageempfehlung.

— Editorial Team

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