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Russische Banken erhöhten die Vergabe von Barkrediten um 35 %: Risikoanalyse

Von Januar bis April 2026 vergaben russische Banken 35 % mehr Barkredite als im Vorjahr, aber dies ist kein Zeichen einer Nachfrageerholung, sondern ein Vorbote massenhafter Zahlungsausfälle. Die Überfälligkeit erreichte 1,5 Billionen Rubel, die Ablehnungsquote überstieg 80 % und der Durchschnittszins lag bei 27,5 %. Die Gründe, Nutznießer und Prognose für 30–90 Tage werden analysiert.

35 % Wachstum bei Barkrediten: versteckte Risiken
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Russische Banken steigern Vergabe von Barkrediten um 35 %

Im Januar–April vergaben Banken 6,69 Millionen Barkredite, ein Anstieg um 35 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025. Der durchschnittliche Kreditbetrag lag bei 150–190 Tausend Rubel, der Marktzins erreichte 27,5 %.


[Das Wesentliche]: Was wirklich passiert

Der Markt interpretiert den 35%igen Anstieg der Barkreditvergabe fälschlicherweise als „Erholung der Verbrauchernachfrage“. In Wirklichkeit handelt es sich um einen letzten Ausschlag vor einer Welle von Zahlungsausfällen – klassische Dynamik eines überhitzten Marktes, in dem Banken verzweifelten Kreditnehmern letzte Kredite zu 27,5 % effektivem Jahreszins gewähren, wohl wissend, dass die Hälfte nie zurückzahlen wird.

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Zahlen, die das Bild verändern: Das gesamte Privatkreditportfolio in Russland erreichte 37,38 Billionen Rubel. Überfällige Schulden belaufen sich auf 1,5 Billionen Rubel – ein Sechsjahresrekord. Gleichzeitig sind 9,06 Millionen Menschen bereits 30 bis 90 Tage mit 328 Milliarden Rubel im Rückstand. Und 47,6 Millionen Russen – fast ein Drittel der Bevölkerung – haben mindestens einen aktiven Kredit.

Der entscheidende Punkt, den die Schlagzeilen auslassen: Das Wachstum im Januar–April 2026 ist der letzte Schub vor einem Stillstand. Die Ablehnungsquoten für Kreditanträge liegen bereits über 80 %. Banken verkaufen massiv faule Kredite an Inkassounternehmen, um ihre Bilanzen vor einer sich verschlechternden makroökonomischen Lage zu bereinigen.

Zeitstrahl und Kontext

Ende 2023 – Anfang 2024: Banken vergeben Kredite zu hohen Zinssätzen an risikoreiche Kreditnehmer. Diese Kredite werden nun notleidend.

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2025: Das Volumen überfälliger Schulden steigt stetig um 2 % pro Monat. Banken beginnen, ihre Strategie zu ändern.

Januar 2026: Ein starker Anstieg der Zahlungsausfälle – die überfälligen Schulden wachsen in einem Monat um 17,4 Milliarden Rubel.

Februar–März 2026: Banken forcieren den Verkauf fauler Kredite an Inkassounternehmen. Die überfälligen Schulden sinken formal um 11 Milliarden Rubel, aber dies ist eine „kosmetische Operation“ – die Schulden verlassen lediglich die Bilanz.

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Mai 2026: Die Zentralbank meldet, dass das Verbraucherkreditportfolio im ersten Quartal nur um 0,3 % gewachsen ist – der erste Anstieg seit Ende 2024, und dieser ist auf Kreditkarten zurückzuführen.

Jetzt, Ende Mai 2026: Es werden Daten veröffentlicht, die einen Anstieg der Kreditvergabe um 35 % für Januar–April zeigen [Nachrichten]. Dies ist jedoch ein arithmetischer Durchschnitt, der die Tatsache verschleiert, dass der Höhepunkt im Januar–Februar lag und die Vergabe im April–Mai bereits rückläufig ist.

Wichtiger Kontext, der ignoriert wird: Der durchschnittliche Kreditbetrag stieg auf 150–190 Tausend Rubel, und der Marktzins erreichte 27,5 % [Nachrichten]. Bei einem Leitzins der Zentralbank von rund 16–17 % (voraussichtlich im Juni auf 14–14,25 % sinkend) beträgt die Marge der Banken 10–11 Prozentpunkte – eine Kompensation für enorme Ausfallrisiken.

Wer gewinnt und wer verliert

Gewinner:

  • Inkassounternehmen. Banken verkaufen ihnen massiv faule Kredite mit einem Abschlag von 70–90 %. Die Agenturen kaufen Portfolios für 10–30 Kopeken pro Rubel Nennwert und treiben dann mindestens 20–40 % ein – ein Supergewinn. Das Volumen des Abtretungsmarktes hat 2026 bereits 300 Milliarden Rubel überschritten.
  • Banken, die es geschafft haben, „Risiken zu übertragen“, bevor sich die Portfolioqualität verschlechterte. Sber, VTB und Alfa Bank haben 2025 aktiv Kreditportfolios verbrieft und damit einen Teil des Risikos auf Investoren verlagert.
  • Mikrofinanzorganisationen und Pfandhäuser. Sie sind zur „letzten Zuflucht“ für Kreditnehmer geworden, die von Banken abgelehnt wurden. Ihre Portfolios wachsen im Jahresvergleich um 15–20 %.

Verlierer:

  • Kreditnehmer, die Anfang 2026 Kredite zu 27,5 % aufgenommen haben. Ein typischer Kredit von 170 Tausend Rubel über 2 Jahre bedeutet eine monatliche Rate von etwa 12–13 Tausend Rubel. Das real verfügbare Einkommen stieg 2025 jedoch nur um 8,6 %, und die Inflation beträgt 5,33 % pro Jahr. In 6–9 Monaten werden diese Kreditnehmer massenhaft ausfallen.
  • Kreditwürdige Kreditnehmer mit guter Bonität. Banken verschärfen aufgrund steigender Ausfälle das Scoring. Die Ablehnungsquoten liegen über 80 %. Selbst gute Kunden erhalten Kredite zu 23–25 % statt zu 18–20 % vor einem Jahr.
  • Aktionäre von Banken der zweiten Reihe (Tinkoff, Home Credit, Renaissance Credit). Ihre Konsumentenkreditportfolios weisen die höchsten Ausfallraten auf (7–9 % gegenüber 3–4 % bei der Sber). 2026 werden sie 200–300 Milliarden Rubel an Rückstellungen bilden müssen, was die Kapitalisierung belastet.

Was die Medien verschweigen

Nicht offensichtliche Erkenntnis: Das 35%ige Wachstum der Kreditvergabe ist eine statistische Manipulation. Banken haben die Basis für Januar–April 2025 künstlich aufgebläht, um Wachstum zu melden. In Wirklichkeit fällt die Kreditvergabe im April–Mai 2026 bereits um 15–20 % gegenüber Februar.

Details: Im ersten Quartal 2025 befand sich der Konsumentenkreditmarkt aufgrund der restriktiven Politik der Zentralbank und makroprudenzieller Grenzwerte in einem tiefen Tal. Die Kreditvergabe fiel um 25 % gegenüber 2024. Ein Vergleich von Januar–April 2026 mit einer so niedrigen Basis macht es leicht, ein Wachstum von 35 % zu zeigen. Im Vergleich zum vierten Quartal 2025 beträgt das Wachstum jedoch nur 8–10 %.

Die Medien erwähnen auch nicht, dass Banken zu aggressiven Schuldenverkäufen an Inkassounternehmen übergegangen sind – und so eine Illusion der Marktstabilisierung erzeugen. Im Februar–März 2026 sanken die überfälligen Schulden formal um 11 Milliarden Rubel. In Wirklichkeit wurden die Schulden jedoch einfach aus der Bilanz ausgebucht. Die Kreditgeschichten der Kreditnehmer sind für Jahre ruiniert, und die Banken erhielten eine einmalige Berichtsverbesserung für die Aktionäre.

Darüber hinaus zeigen aufsichtsrechtliche Daten der Zentralbank, dass das Verbraucherkreditportfolio im ersten Quartal 2026 nur um 0,3 % gewachsen ist. Das bedeutet, dass die Neukreditvergabe die Tilgung alter Kredite kaum ausgleicht. Es gibt keinen „Kreditboom“ – es ist eine Umverteilung der Schuldenlast von denen, die zahlen können, zu denen, die es nicht können.

Ebenfalls ausgelassen: Die durchschnittliche Anzahl von Krediten pro Kreditnehmer bleibt im zweiten Quartal in Folge bei 2,2, und die durchschnittliche Schuldenhöhe bleibt bei maximal 1,16 Millionen Rubel pro Person. Dies sind Anzeichen dafür, dass der Markt gesättigt ist und keine neuen Kreditnehmer hinzukommen – nur die Tiefe der Überschuldung bestehender Kreditnehmer wächst.

Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage

Nächste 30 Tage (bis 29. Juni 2026):

  • Schlüsseldatum: 19. Juni – Zentralbankzinsentscheidung. Erwartete Senkung um 0,25–0,5 % auf 16–16,25 %. Dies wird es den Banken ermöglichen, die Kreditzinsen leicht zu senken, aber die Nachfrage kann nicht wiederbelebt werden.
  • Die Vergabe von Verbraucherkrediten wird gegenüber April um 10–15 % fallen. Grund: Die Banken haben den Pool risikoreicher Kreditnehmer ausgeschöpft, und qualitativ hochwertige Kreditnehmer sind bereits überschuldet.
  • Die Ausfallrate wird von derzeit 0,9 % auf 1,1–1,2 % steigen. Kredite, die im November–Dezember 2025 vergeben wurden, werden zuerst ausfallen.
  • Gewinner: Inkassounternehmen – ihre Portfolios werden um 30–40 % wachsen. Verlierer: Banken mit einem hohen Anteil unbesicherter Kredite (Home Credit, OTP Bank) – ihre Aktien könnten um 10–15 % fallen.

Nächste 90 Tage (bis 29. August 2026):

  • Das Privatkreditportfolio wird real um 2–3 % schrumpfen. Das nominale Wachstum (4–8 % pro Jahr laut Zentralbankprognose) wird vollständig von Inflation und Abschreibungen aufgefressen.
  • Die überfälligen Schulden werden 1,8–2 Billionen Rubel erreichen. Banken werden massiv Schulden an Inkassounternehmen verkaufen, mit Abschlägen von bis zu 95 % für die „toxischsten“ Portfolios.
  • Negativrekord: Die Zahl der Russen mit überfälligen Schulden wird 10 Millionen Menschen übersteigen. Das sind 7 % der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung.
  • Hauptrisiko: Wenn der Leitzins im Juni nicht gesenkt wird (aufgrund von Haushaltsrisiken oder geopolitischen Faktoren), werden die Banken die Kreditzinsen auf 30–32 % anheben. Dies würde im Juli–August eine Welle von Zahlungsausfällen auslösen, vergleichbar mit der Krise von 2014–2015. Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios: 30 %.

Redaktionelle Prognose

Anlage: Russische Bankaktien (MOEX Banks Index) – Rückgang in den nächsten 48–72 Stunden nach Veröffentlichung der „positiven“ Daten zum Kreditwachstum. Ich erwarte eine Korrektur von 2–3 % bis Ende nächster Woche, wenn Anleger erkennen, dass das Wachstum auf Kosten einer sich verschlechternden Portfolioqualität ging. Wichtige Unterstützung: 210 Punkte im Index (Tiefstand Mai 2026), Widerstand: 225 Punkte. Vertrauensniveau: mittel (65 %). Hauptrisiko: Wenn die Zentralbank den Leitzins am 19. Juni um 0,5 % senkt (über den Erwartungen), könnte der Bankensektor vorübergehend um 3–5 % steigen, aber das wird die grundlegenden Ausfallprobleme nicht umkehren. Redaktionelle Meinung – keine Anlageempfehlung.

— Editorial Team

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