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Falkenhafte Stimmung der Fed: Fokus auf hohe Zinsen bis 2026

Die Fed hat eine falkenhafte Pause eingelegt und hält den Zinssatz bei 3,5-3,75% aufgrund hoher Inflation und geopolitischer Risiken. Die Protokolle der April-Sitzung zeigten eine tektonische Verschiebung: der Terminmarkt preist eine 38%ige Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung bis März 2027 ein. Zweijährige Staatsanleihen signalisieren Bedarf an 50 Basispunkten Straffung, und ein neuer Inflationsfaktor – KI-Investitionen – macht die Pause verlängert.

Falkenhafte Wende der Fed: Warum die Zinsen hoch bleiben
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Falkenhafte Stimmung bei der Fed verschärft sich, Fokus verlagert sich auf hohe Zinsen

Das Protokoll der FOMC-Sitzung vom April offenbarte einen Kurswechsel: Das Komitee betont nun die Notwendigkeit einer verlängerten Pause aufgrund hoher Inflation und geopolitischer Risiken. Der Markt preist bis Ende 2026 eine Zinserhöhung ein.


Das Komitee spielt auf Zeit: Warum die ‚falkenhafte Pause‘ der Fed eine versteckte Straffung um 50 Basispunkte ist

Während die Schlagzeilen von einer ‚falkenhaften Wende‘ und dem April-FOMC-Protokoll schreien, verdaut der Anleihemarkt seit zwei Tagen Informationen, die dem aufmerksamen Beobachter bereits am 20. Mai zugänglich waren. Das am vergangenen Mittwoch veröffentlichte Protokoll zeigte nicht nur eine ‚Stimmungsänderung‘ – es hielt eine tektonische Verschiebung im Betriebsmodell der Fed fest, die die meisten Anleger erst jetzt, fast eine Woche später, realisieren.

Die Fed hält den Leitzins nicht nur bei 3,5-3,75 % – sie hat den Markt faktisch in der Erwartung eingefroren, und die geopolitische Eskalation in der Straße von Hormus hat dem Komitee den perfekten Vorwand für die längste Pause seit zwei Jahrzehnten geliefert. Doch der wahre Grund liegt tiefer als Krieg und Ölpreise.

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[Der Kern]: Was wirklich passiert

Der Schlüsselsatz aus dem Protokoll: ‚Eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmer stellte ein erhöhtes Risiko fest, dass die Inflation später als erwartet zum 2-%-Ziel zurückkehren würde.‘ Dies ist die diplomatische Sprache für das Eingeständnis, dass der Basisfall der Fed einer sanften Landung zusammengebrochen ist. Die Ausschussmitglieder, darunter drei regionale Präsidenten (Hammack aus Cleveland, Kashkari aus Minneapolis und ein weiterer nicht genannter Falke), bestanden bereits auf der April-Sitzung darauf, die Formulierung ‚sorgfältige Abwägung von Risiken‘ aus der Erklärung zu streichen.

Aber die eigentliche Erkenntnis, die nicht in den Nachrichten steht: Der Markt für Federal Funds Futures preist nun eine Wahrscheinlichkeit von etwa 38 % für eine Zinserhöhung bis März 2027 ein. Das ist ein Anstieg von 21 % nur wenige Tage vor Veröffentlichung des Protokolls. Ich behaupte jedoch, dass diese Zahlen lächerlich niedrig sind.

Warum? Zweijährige US-Staatsanleihen, das zinspolitisch sensibelste Instrument, werfen 4,1 % ab. Das sind 35-60 Basispunkte über dem aktuellen Fed-Leitzins. Der Anleihemarkt war seit Jahren der beste Indikator für Zentralbankentscheidungen. Und derzeit signalisiert er, dass der Leitzins mindestens 50 Punkte höher sein sollte.

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[Zeitplan und Kontext]

  • 29.-30. April 2026: Die Fed hält die Zinsen zum dritten Mal in Folge stabil. Die Abstimmung fällt mit 8:4 aus, die tiefste Spaltung seit Oktober 1992. Jerome Powell leitet seine letzte Sitzung.
  • 15. Mai: Powells Amtszeit endet. Kevin Warsh, Trumps Kandidat, tritt offiziell sein Amt an und verspricht, die Wirtschaftsmodelle und die Kommunikationsstrategie der Fed zu überprüfen.
  • 20. Mai, 14:00 Uhr Washington: Veröffentlichung des April-FOMC-Protokolls. Der Markt sieht erstmals schwarz auf weiß: ‚Eine weitere Straffung der Geldpolitik dürfte sich als angemessen erweisen.‘
  • 21.-22. Mai: Analysten von TD Securities und Ed Yardeni (Yardeni Research) bestätigen: Die falkenhafte Dynamik nimmt zu, und eine Zinserhöhung im Juli wird zum Basisfall.
  • 25. Mai (vor zwei Tagen): US- und israelische Angriffe auf iranische Schiffe nahe der Insel Larak. Brent steigt über 98 $.
  • 26. Mai (heute): Märkte preisen eine Zinserhöhung bis Ende 2026 ein. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bleibt über 4,4 %.

[Wer gewinnt und wer verliert]

Gewinner: Kevin Warsh und die Falken im FOMC.

Warsh erhielt ein perfektes Geschenk: Der Nahostkonflikt befeuert die Inflation und verschafft ihm politische Deckung für den härtesten Start in der Fed-Geschichte. Er kann die Zinsen im Juli erhöhen (Wahrscheinlichkeit hoch, laut Schätzungen von Yardeni Research) und Iran sowie die Straße von Hormus die Schuld geben, nicht dem Weißen Haus.

Gewinner: Der US-Dollar (DXY).

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Der Dollar-Index durchbrach die Hochs von Ende April und steuert auf 100 zu. Der zweijährige EUR:USD-Swap-Spread hat sich auf -100 Basispunkte ausgeweitet und beseitigt einen wichtigen Treiber der Euro-Resilienz, die auf der falkenhaften Neubewertung der EZB im Vergleich zur Fed beruhte. Die Deutsche Bank bestätigt: Die falkenhafte Revision der Fed stützt den Dollar direkt.

Verlierer: Der US-Aktienmarkt (S&P 500).

Ed Yardeni, einer der wenigen verbliebenen Optimisten, räumt ein, dass Renditen zehnjähriger Anleihen um 4,6 % ‚kritisch‘ aussehen. Steigen sie auf 4,75 %, geraten Technologieaktien und hoch verschuldete Sektoren unter Druck. Die Kapitalrotation von überhitzten Halbleitern in defensive Anlagen hat bereits begonnen.

Verlierer: Die Europäische Zentralbank.

Die EZB ist gezwungen, die Zinsen zu erhöhen (der Markt erwartet +25 Basispunkte im Juni), um den Euro vor einem Kollaps zu schützen. Aber die Eurozone-Wirtschaft, die unter teurer Energie ächzt, kann das nicht verkraften. Die EZB sitzt in der Falle: Importierte Inflation erfordert Straffung, während eine Rezession Lockerung verlangt. Brüsseler Beamte beneiden nun die Fed, die einen ‚Trumpf‘ hat – einen starken Binnenmarkt und Energieunabhängigkeit.

[Was die Medien nicht sagen]

Erkenntnis: Das Fed-Protokoll verweist direkt auf einen neuen, bisher nicht diskutierten Inflationsfaktor – ‚große Investitionen in künstliche Intelligenz‘.

Ja, richtig gehört. Die Fed hat KI in ihre Liste der Risiken für die Preisstabilität aufgenommen. Mehrere FOMC-Mitglieder stellten fest, dass ‚Preisauftrieb im Zusammenhang mit großen Investitionen in KI die Kosten in einer Reihe von Branchen wahrscheinlich erhöhen wird‘.

Was bedeutet das in der Praxis? Hyperscale-Rechenzentren von Microsoft, Google, Amazon und Meta verbrauchen enorme Mengen an Strom und Spezialausrüstung (Nvidia-Chips, Kühlsysteme). Die Nachfrage nach Kupfer, Aluminium, Seltenen Erden und Strom ist sprunghaft gestiegen. Die Fed erkennt erstmals an, dass der Tech-Boom selbst zu einem inflationsfördernden Faktor wird, unabhängig von Geopolitik und Öl.

Deshalb wird die ‚Pause‘ länger dauern, als irgendjemand erwartet. Selbst wenn sich die Straße von Hormus morgen öffnet, werden die KI-Investitionen weiterhin die Rohstoff- und Energiepreise in die Höhe treiben. Die Fed bekämpft nun nicht mehr zyklische, sondern strukturelle Inflation.

[Prognose: Nächste 30 und 90 Tage]

30 Tage:

  • Die FOMC-Sitzung im Juni (16.-17. Juni) wird ein ‚Aufwärmen‘ – Warshall formalisiert die Aufgabe der taubenhaften Ausrichtung, lässt die Zinsen aber unverändert.
  • Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen wird aufgrund der Erwartung einer Juli-Erhöhung auf 4,6-4,7 % steigen.
  • EUR/USD wird 1,16 durchbrechen und 1,15 testen. Dies birgt Risiken für europäische Exporteure.

90 Tage:

  • Sollte die Inflation bis August nicht nachlassen (und bei Ölpreisen über 95 $ für Brent wird sie das nicht), wird die Fed die Zinsen im Juli um 25 Basispunkte erhöhen.
  • Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios: etwa 65 %. Warsh braucht einen ‚ersten Schuss‘, um den Märkten zu zeigen, dass es ihm ernst ist.
  • Der Dollar wird gegenüber einem Währungskorb um weitere 2-3 % zulegen. Gold (XAU/USD) könnte auf 2950 $ steigen, da Anleger gleichzeitig Schutz vor Inflation und einer falkenhaften Fed suchen – eine anomale Korrelation, die klassische Modelle durchbricht.

Redaktionelle Prognose

  • Anlage: US-Dollar-Index (DXY)
  • Richtung: Steigend in den nächsten 24–72 Stunden
  • Schlüsselniveaus: Aktuell ~99,20, nächstes Ziel 100,00, bei Bruch 100,80. Unterstützung bei 98,70
  • Vertrauensniveau: Hoch (80 %)
  • Hauptrisiko: Ein unerwartetes US-Iran-Abkommen über die Straße von Hormus (z. B. in den nächsten 2-3 Tagen). Sollte Öl unter 90 $ fallen, schwenken die Märkte auf Erwartungen baldiger Fed-Zinssenkungen um, und der Dollar verliert an einem Tag 1-1,5 %.

Analytische Meinung, keine individuelle Anlageberatung.

— Editorial Team

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