US-Außenminister Rubio droht, die Straße von Hormus ‚auf die eine oder andere Weise‘ zu öffnen
Marco Rubio erklärte, die vom Iran blockierte Meerenge müsse geöffnet werden, und bezeichnete die Situation als ‚illegal und inakzeptabel‘. Er deutete auch die Möglichkeit einer Einigung mit dem Iran in den kommenden Tagen an, trotz neuer Angriffe.
‚Auf die eine oder andere Weise‘: Warum Rubios Drohung eine Versicherung für die Versicherung gegen einen Marktkollaps ist
Marco Rubio äußerte gestern Abend (gegen 20:15 Uhr Eastern Time, 25. Mai) einen Satz, den Händler in New York und London als ‚doppelten Boden‘ für den Dollar hörten. ‚Die Straße von Hormus wird auf die eine oder andere Weise geöffnet‘ – das ist kein diplomatischer Seitenhieb. Es ist ein finanzielles Signal, das nicht auf den Iran abzielt, sondern auf seine eigenen Hedgefonds und asiatischen Zentralbanken, die in Panik geraten sind und US-Staatsanleihen abstoßen.
Im Gegensatz zu früheren lauten Aussagen (Trump sprach von ‚einem schönen Verhandlungszug‘) spielt Rubio jetzt die Rolle des ‚bösen Polizisten‘ an der Währungsfront. Seine Botschaft ist glasklar: Entweder öffnet der Iran die Meerenge durch eine Einigung (die fast fertig ist), oder die USA werden sie militärisch öffnen, Minen räumen und auf iranische Revolutionsgardisten-Blockadeboote schießen.
[Der Kern]: Was wirklich passiert
Es geht nicht nur um die Durchfahrt von Tankern. Es geht um 25-30 % der weltweiten LNG-Exporte auf dem Seeweg und etwa 17 Millionen Barrel Rohöl pro Tag, die im Golf feststecken oder die Häfen des Irak, Kuwaits und der VAE nicht verlassen können. Aber die Hauptsache ist, dass die Versicherungsprämien für VLCC-Tanker auf historische 2,5 Millionen Dollar pro Reise gestiegen sind.
Fonds, die Short-Positionen auf Öl halten (Wetten auf einen Rückgang), sitzen jetzt in der Falle. Rubios Aussage:
- reduziert gleichzeitig die geopolitische Prämie (angeblich ‚wird das Problem bald mit Gewalt gelöst‘),
- erhöht aber die physischen Risiken (wenn eine echte Militäroperation zur Minenräumung beginnt, wird Öl an einem Tag um 15-20 % springen).
Der Markt weiß nicht, wofür er sich entscheiden soll. Und in dieser Unsicherheit liegt das Geld.
[Zeitplan und Kontext]
- 15. Mai 2026: Die IRGC kündigte offiziell eine ‚vorübergehende Blockade‘ der Straße von Hormus für Schiffe auf dem Weg nach Israel und in die USA an.
- 22. Mai: Erste Berichte über Minenfelder in der Nähe der Inseln Tonb und Abu Musa.
- 24. Mai, 14:00 UTC: Maxar-Satellitenbilder zeigen 43 Handelsschiffe, die auf Durchfahrt warten, darunter zwei Tanker mit katarischem LNG für europäische Terminals (Shell und TotalEnergies).
- 25. Mai, 19:45 UTC: Rubio spricht mit Journalisten, bezeichnet die Situation als ‚illegal‘ und lässt erstmals öffentlich ein militärisches Szenario ‚mit oder ohne Sanktionen‘ zu.
- 26. Mai, Morgen (heute): Der VLCC-Frachtfutures-Markt zeigt, dass die Raten für Juni-Kontrakte nach der Aussage um weitere 8 % gestiegen sind – Händler kalkulieren ein, dass die ‚Minenräumung‘ nicht 2-3 Tage, sondern Wochen dauern wird.
[Wer gewinnt und wer verliert]
Gewinner: Singapurer Handelsdrehscheibe (Trafigura, Vitol)
Diese Unternehmen kaufen bereits seit der zweiten Woche Öl ‚auf Lager‘ (auf See, auf schwimmenden Lagern) mit einem Abschlag von 3-4 Dollar pro Barrel und nutzen die Tatsache, dass Schiffe den Golf nicht betreten oder verlassen können. Sobald die Meerenge geöffnet ist – und Rubio garantiert im Wesentlichen ihre Öffnung ‚auf die eine oder andere Weise‘ – werden sie diese Mengen sofort auf dem Spotmarkt ohne Abschlag verkaufen. Ihr potenzieller Gewinn: 200 bis 300 Millionen Dollar bei einer Charge von 10 Millionen Barrel.
Verlierer: Japan und Südkorea
Beide Länder sind zu 40-45 % auf LNG aus dem Nahen Osten angewiesen (IEA-Daten für März 2026). Ihre Terminalreserven sind unter das 20-Tage-Minimum gefallen. Wenn die Meerenge nicht innerhalb der nächsten 10 Tage geöffnet wird, müssen Tokio und Seoul Notfall-Kohlekraftwerke in Betrieb nehmen, was ihre Klimaverpflichtungen (Pariser Abkommen) zunichte macht. Im Unternehmenssektor werden bereits steigende Kosten verzeichnet – zum Beispiel bei Nippon Steel (Aktien seit dem 22. Mai um 3,2 % gefallen).
[Was die Medien nicht sagen]
Einblick: Rubios Aussage richtet sich eigentlich nicht an Teheran, sondern an die Bank of England und die Europäische Zentralbank (EZB).
Im britischen Southampton wird im strategischen Lager der Strategic Petroleum Reserve (SPR) eine Charge von 6 Millionen Barrel für den Transport nach Rotterdam verpackt. Gestern gab der britische Premierminister grünes Licht für einen Notverkauf. Das Problem ist jedoch, dass Tanker, die dieses SPR transportieren, nur durch dieselbe Straße von Hormus auslaufen können, wenn sie vom Persischen Golf nach Europa fahren.
Im Grunde sagt die USA durch Rubio zu London: ‚Keine Sorge, wir werden das Meerengen-Problem lösen, bevor eure Reserven kritisch werden.‘ Dies ist eine Synchronisierung der Fed-Politik (Zinserhöhung aufgrund der Inflation) und der Bank of England (die ebenfalls Energiespitzen fürchtet). Der Durchschnittsbürger denkt, der Konflikt eskaliere – während die Hauptquartiere der beiden Zentralbanken eine gemeinsame Erklärung für nächste Woche koordinieren.
[Prognose: Nächste 30 und 90 Tage]
30 Tage: Brent-Öl schwankt in einer breiten Spanne von 92 – 108 Dollar. Jede neue Aussage von Rubio oder Trump wird -5 % oder +7 % pro Tag bringen. Gold (XAU/USD) bleibt in der Spanne von 2840–2910 Dollar, aber jede reale Explosion (Mine, getroffenes Schiff) wird die 2950er-Marke durchbrechen.
90 Tage: Wenn das militärische Szenario (Minenräumung ohne Zustimmung des Iran) im Juni gestartet wird, werden wir bis August ein Überangebot sehen – alle in der Warteschlange festsitzenden Schiffe werden in den Markt eintreten. Brent wird bis September auf 78–82 Dollar einbrechen. Wenn der Iran einer Einigung zustimmt (bedingte ‚Öffnung für teilweise Aufhebung der Sanktionen‘), wird der Rückgang allmählich erfolgen: 85–90 Dollar im August, 80 bis Oktober.
Redaktionelle Prognose
- Anlage: US-Dollar vs. Schweizer Franken (USD/CHF)
- Bewegung: Anstieg (Dollar-Stärkung) in den nächsten 24–72 Stunden
- Schlüsselniveaus: Aktueller Wert ~0,9150; Ziel 0,9230; Stopp-Level bei 0,9090 Bruch
- Vertrauensniveau: Hoch (75 %)
- Risiko: Wenn die Verhandlungen in Doha mit einer Rahmenvereinbarung enden, die vor der morgigen asiatischen Sitzung unterzeichnet wird, verliert der Dollar seine ‚sichere Hafen‘-Nachfrage, und das Paar könnte auf 0,9070 zurückfallen.
Analytische Meinung, keine individuelle Anlageberatung.
— Editorial Team