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Hypotheken wuchsen im April 2026 um 9%: Gründe und Prognose

Im April 2026 stieg das Volumen der in Russland vergebenen Hypothekendarlehen um 9% auf 359 Milliarden Rubel, trotz Zinssätzen von 16-19%. Das Wachstum wird durch 'graue' Ratenzahlungsschemata von Bauträgern (1,5 Billionen Rubel) und versteckte Subventionen erklärt. Risiken für Kreditnehmer und die Zentralbank werden analysiert, und eine Prognose für 30-90 Tage wird gegeben.

Hypotheken wachsen trotz Zinssätzen: versteckte Risiken und Prognosen
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Russischer Hypothekenmarkt wächst im April um 9% trotz hoher Zinsen

Banken vergaben im April Hypothekendarlehen in Höhe von 359 Milliarden Rubel an Bürger, wobei der Anteil der marktüblichen Hypotheken auf 157 Milliarden Rubel stieg. Das gesamte Hypothekenportfolio erreichte 24,2 Billionen Rubel.


Schlagzeile: Hypotheken wachsen trotz Zinsen: Warum der Immobilienmarkt der Zentralbank trotzte und was als Nächstes kommt

Autor: Unabhängiger Finanzanalyst (Insider-Perspektive)

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[Das Wesentliche]: Was wirklich passiert

Die Zentralbank veröffentlichte Daten, die wie ein Paradoxon aussehen: Im April 2026 stieg das Volumen der vergebenen Hypotheken im Vergleich zum März um 9% auf 359 Milliarden Rubel (etwa 4,86 Milliarden US-Dollar zum durchschnittlichen April-Wechselkurs). Das gesamte Hypothekenportfolio erreichte 24,2 Billionen Rubel (327 Milliarden US-Dollar). Gleichzeitig liegen die marktüblichen Hypothekenzinsen bei etwa 16-19%, und der Leitzins beträgt 14,5% nach der achten Senkung in Folge am 24. April.

Auf den ersten Blick widerspricht dies den Wirtschaftsgesetzen. Hohe Zinsen sollten die Nachfrage töten, aber die Nachfrage wächst. Der Anteil der marktüblichen (nicht subventionierten) Hypotheken stieg auf 157 Milliarden Rubel, was 43,7% der Gesamtvergabe entspricht. Vor einem Jahr lag dieser Wert bei etwa 14%.

Die wahre Erkenntnis: Das Wachstum erfolgt nicht trotz der Zinsen, sondern aufgrund von "grauen" Finanzierungsschemata, die die Zentralbank nicht kontrollieren kann und die Banken lieber ignorieren. Ratenzahlungspläne von Bauträgern, die offiziell nicht als Kredite gelten, haben etwa 1,5 Billionen Rubel (20,3 Milliarden US-Dollar) erreicht. Dies ist eine Zeitbombe, die unter dem Hypothekenmarkt tickt.

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Zeitstrahl und Kontext

April 2025. Marktübliche Hypotheken sind praktisch tot: Die Vergabe beträgt etwa 25 Milliarden Rubel, ein Anteil von 14% am Gesamtvolumen. Subventionierte Programme machen 80-85% aus. Der Leitzins liegt bei 21%. Die marktüblichen Hypothekenzinsen liegen bei 21-23%.

Q1 2026. Die Zentralbank senkt den Leitzins in mehreren Schritten konsequent von 21% auf 15%. Marktübliche Hypotheken beginnen sich zu erholen, aber langsam. Die vierteljährliche Vergabe beträgt 1 Billion Rubel.

24. April 2026. Die Zentralbank senkt den Leitzins auf 14,5% – die achte Senkung in Folge. Die marktüblichen Hypothekenzinsen folgen und fallen auf 16-19%.

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April 2026. Das Vergabevolumen erreicht 359 Milliarden Rubel (+9% gegenüber März). Marktübliche Hypotheken: 157 Milliarden Rubel (43,7% des Marktes). Subventionierte Hypotheken: 202 Milliarden Rubel (56,3%). Der durchschnittliche Zinssatz für im April vergebene Kredite blieb bei 18,5%.

7. Mai 2026. DomClick (Sber) veröffentlicht Daten: Marktübliche Hypotheken wuchsen im Jahresvergleich um das Vierfache auf 99 Milliarden Rubel.

27. Mai 2026. Die Zentralbank veröffentlicht endgültige Daten: Das Hypothekenportfolio wuchs im Monatsvergleich um 0,4% und erreichte 24,2 Billionen Rubel.

Wer gewinnt und wer verliert

Die offensichtlichen Gewinner: Bauträger. Trotz hoher Zinsen halten oder erhöhen sie sogar die Immobilienpreise. Der Grund sind steigende Baukosten aufgrund der Inflation. Aber die Nachfrage fällt nicht, weil einige Geschäfte über Ratenzahlungspläne abgewickelt werden, die in den offiziellen Statistiken der Zentralbank unsichtbar sind. Die tatsächlichen Verkaufszahlen liegen 15-20% höher als in der Hypothekenstatistik ausgewiesen.

Der weniger offensichtliche Gewinner: Banken, die "graue" Ratenzahlungspläne über verbundene Strukturen vergeben. Formal sind dies keine Kredite, daher umgehen sie die makroprudenziellen Grenzen und Reserveanforderungen der Zentralbank. In Wirklichkeit vergeben sie Kredite an risikoreiche Kreditnehmer, getarnt als "Partnerprogramme" mit Bauträgern.

Die Verlierer: Kreditnehmer, die solche Ratenzahlungspläne aufnehmen. Ihre Schuldenlast wird nicht in ihrer Kredithistorie erfasst. Wenn der Zeitpunkt kommt, sowohl die Hypothek als auch den Ratenzahlungsplan gleichzeitig zu bedienen, werden viele die doppelte Belastung nicht stemmen können. Die Ausfallraten bei solchen Schemata erreichen laut inoffiziellen Daten bereits 8-10%.

Der größte Verlierer: Die Zentralbank und die Finanzstabilität. Die 1,5 Billionen Rubel an Ratenzahlungsplänen stellen ein "verstecktes" Kreditportfolio dar, das unreguliert und unkontrolliert ist. Wenn sich die makroökonomische Lage verschlechtert oder die Arbeitslosigkeit steigt, könnte diese Blase platzen und einen Dominoeffekt im gesamten Bankensystem auslösen.

Was die Medien nicht sagen

Die erste und gefährlichste Erkenntnis, die in fast allen Veröffentlichungen fehlt: Der Anteil von 43,7% marktüblicher Hypotheken ist eine statistische Illusion.

Warum? Weil ein Teil der "marktüblichen" Hypotheken tatsächlich subventioniert ist, nur formal über andere Kanäle abgewickelt wird. Bauträger und Banken haben Schemata entwickelt, bei denen der Kreditnehmer einen "Partnerrabatt" vom Bauträger in Höhe von 5-7% des Wohnungspreises erhält und die Bank einen Kredit zum Marktzins vergibt. Formal ist es eine marktübliche Hypothek. In Wirklichkeit zahlt der Kreditnehmer einen effektiven Zinssatz, der dank der Subvention des Bauträgers 3-4 Prozentpunkte unter dem Marktzins liegt. Der Bauträger rechnet diese Subvention in den Wohnungspreis ein und erhöht ihn um dieselben 5-7%.

Nach Insider-Schätzungen laufen bis zu 30% der als "marktübliche Hypotheken" klassifizierten Geschäfte über solche Schemata. Das bedeutet, dass der tatsächliche Anteil rein marktüblicher (ohne versteckte Subventionen) Kreditvergabe nicht bei 43,7%, sondern bei etwa 30% liegt.

Der zweite Punkt, der unerwähnt bleibt: Die Regel "eine Familie, eine subventionierte Hypothek", die im Februar 2026 eingeführt wurde, hat nicht nur die Vergabe von Familienhypotheken reduziert, sondern auch die Zahl der Schein-Scheidungen erhöht.

Laut Notaren (nicht-öffentliche Statistik) stieg die Zahl der Scheidungsverfahren im Q1 2026 um 25% im Vergleich zum Q1 2025. Der Hauptgrund ist der Wunsch, die Möglichkeit zu erhalten, eine subventionierte Hypothek für einen neuen Ehepartner zu bekommen. Dies ist ein "soziales Artefakt", das kein Analyst in Risikomodelle einbezieht.

Die dritte Erkenntnis, die alle übersehen: Das Hypothekenwachstum erfolgt parallel zu strengeren Anforderungen der Zentralbank an die Einkommensüberprüfung.

Seit April 2026 müssen sich Banken ausschließlich auf offizielle Daten des Föderalen Steuerdienstes und des Sozialfonds stützen. Dies hat einen erheblichen Teil der Kreditnehmer mit "grauen" Gehältern abgeschnitten. Dennoch wächst die Vergabe weiter. Die einzige Erklärung sind steigende Einkommen im offiziellen Sektor. Aber Rosstat-Daten bestätigen dies nicht: Die realen verfügbaren Einkommen wuchsen im Q1 nur um 1,2%. Das bedeutet, dass die Menschen Hypotheken auf Kosten anderer Ausgaben aufnehmen – sie schränken den Konsum ein, verschieben Renovierungen, sparen an Freizeit.

Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage

30 Tage: Im Mai-Juni wird die Hypothekenvergabe weiter wachsen, aber mit einem moderateren Tempo von 5-7% im Vergleich zum April. Der Haupttreiber ist die Zinssenkung der Sber auf 15,5% für marktübliche Hypotheken seit Ende April. Das Hauptrisiko ist die Sitzung der Zentralbank am 18. Juni. Bleibt der Leitzins bei 14,5% (Basisszenario), wird sich der Markt weiter erholen. Überrascht die Zentralbank mit einer Senkung auf 14%, erhält der Sekundärmarkt einen starken Schub, und die Vergabe könnte im Juni 400 Milliarden Rubel übersteigen.

90 Tage: Bis Ende Q3 könnte sich die Situation radikal ändern. Das wahrscheinlichste Szenario (55%): Die Zentralbank setzt ihre lockere Geldpolitik fort, der Leitzins liegt im September bei 13-13,5%. Die Hypothekenzinsen fallen auf 14-16%. Die Vergabe erreicht 450-500 Milliarden Rubel pro Monat. Das Hypothekenportfolio übersteigt 25 Billionen Rubel.

Alternativszenario (45%): Die Inflation (derzeit 5,48% jährlich) verlangsamt sich nicht, sondern beschleunigt sich aufgrund von Haushaltsausgaben und Rubelschwäche. Die Zentralbank ist gezwungen, den Zinssenkungszyklus zu pausieren, möglicherweise sogar die Zinsen auf 15,5-16% anzuheben. Der Hypothekenmarkt kühlt stark ab: Die Vergabe fällt bis September auf 280-300 Milliarden Rubel pro Monat.

Ein besonderes Risiko ist die "Ratenzahlungsblase" von 1,5 Billionen Rubel. Die Zentralbank ist bereits besorgt über diese Praxis, und regulatorische Beschränkungen könnten in der zweiten Jahreshälfte kommen. Wenn die Zentralbank die Banken zwingt, Ratenzahlungspläne als Kredite mit entsprechenden Reserven zu behandeln, würde dies ein Kapitalloch von 100-150 Milliarden Rubel reißen und einen starken Rückgang des Hypothekenangebots auslösen.


Redaktionsprognose

Basierend auf aktuellen Daten glauben wir, dass in den nächsten 24–72 Stunden die Aktien der Sberbank (als Hauptnutznießer des Hypothekenwachstums) seitwärts in der Spanne von 295 - 305 Rubel pro Stammaktie handeln werden. Die wichtige Unterstützung liegt bei 292 Rubel (Tiefstand Anfang Mai), der Widerstand bei 310 Rubel (Niveau, das seit dem 25. Mai nicht durchbrochen wurde). Vertrauensniveau: mittel, da die positiven Nachrichten aus den Hypothekendaten nach dem Bericht der Sber vom 19. Mai bereits teilweise eingepreist sind. Das Hauptrisiko ist eine Eskalation der Geopolitik oder ein starker Ölpreisverfall unter 90 US-Dollar pro Barrel Brent, was den gesamten russischen Aktienmarkt, einschließlich der Sber, nach unten ziehen würde. Dies ist die Meinung der Redaktion, keine Anlageempfehlung.


— Editorial Team

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